29 Vernünftig wurde ich erst nach der Hochzeit

Shownotes

Nach einer kleinen Sommerpause starten wir mit einer neuen Folge. Eine stets lebenslustig gebliebene Heimbewohnerin erzählt Episoden aus ihrem Kinder-und Erwachsenenleben. Darin kommen unter anderem zwei sehr unterschiedliche Schwestern, ein Rohrstock und ein Mann, der einfach alles konnte, vor.
Folge mit Almut
Wenn Sie mehr über meine Arbeit erfahren möchten: www.almutkaplan.de

Transkript anzeigen

00:00:00: Willkommen bei unserem Podcast Ohren für Senioren.

00:00:03: Wir sind Almut

00:00:04: und Tinker!

00:00:06: In jeder Folge hören wir einen Menschen zu, der auf ein eigenes langes Leben zurückblickt.

00:00:12: Wir möchten zeigen dass Heimbewohner durchaus noch viel zu sagen

00:00:15: haben

00:00:16: und das es sich lohnt ihnen zuzuhören

00:00:19: Denn jede Stimme zählt und jedes Leben hat etwas zu erzählen.

00:00:30: In dieser Folge des Podcasts Ohren Für Senioren habe ich Mir gegenüber Frau Pietrok in ihrem gelben Sessel sitzen.

00:00:41: Wir beide konnten schon ein, zwei Mal miteinander sprechen und ich habe Frau Pietrock kennengelernt als eine sehr agile, schlanke, eindeunneinzigjährige die noch am Fluss sitzt und liest immer zu raus geht wenn es möglich ist.

00:01:01: Und ich wollte sie bitten ob sie uns etwas über sich erzählen können?

00:01:07: Also, wir Kinder sind nördlich von Königsberg.

00:01:14: Aber nicht Litauen und Dieseln, dann nicht Deutschland war das.

00:01:18: Da sind wir Kinder geboren und mein Bruder war der Dritte, der Letzte, der geboren wurde.

00:01:25: Der ist in Masuren geboren, zwischen Träubchen, Goldabendelübben.

00:01:30: Ich bin geboren mit dem Dreißigund.

00:01:33: Das war eine Dorfschule, da kamen die aus allen Dörfern zusammen.

00:01:39: Unsere Ecke war für mich ein reiches Land Großbauendorf.

00:01:45: aber die armen Leute da hatten es nicht so gut.

00:01:49: Die Häuser waren aufgeteilt in vier Wohnungen nur eine Wand dazwischen weiter was nicht wie man das jetzt macht und haben dann auch teilweise auf der Erde geschlafen.

00:02:03: Das war ärmlich, das hatten wir natürlich nicht.

00:02:07: Damals zielte ja der Lehrer auch noch was.

00:02:10: Die ersten Bilder die ich noch habe, dass meine Schwester gerade geboren in Ostpäuschen da auf der ersten Lehrerstelle, das ist ja alles Torflandschaft da oben Das ganze Samenland und dann nach Litauen rüber.

00:02:27: Und so, das war ja alles Moorboden mit Hirschen und Elchen und sowas unter diese Holzhäuser.

00:02:37: Da waren wohl die Leute sehr gläubig auf Katholiken.

00:02:41: Ich glaub nur Katholikens.

00:02:43: Wir waren ja immer eigentlich normale Christen.

00:02:48: Keine Katholie.

00:02:50: Bin auch getauft und Konfirmation, das haben wir gehabt.

00:02:54: Nachher war er in Marsuren und da hatten wir auch keine Kirche im Dorf.

00:03:00: Ich weiß, mein Bruder wurde getauft.

00:03:02: Er kam, der pass doch außer Stadt.

00:03:05: Das waren ungefähr twenty-fünf Kilometer hier rein.

00:03:10: Und dann wurden meine Brüder zu Hause getauft als er klein war.

00:03:14: Das war ja nicht so, das war früher so.

00:03:18: Keine Kirche!

00:03:19: Wir hatten in unserem Dorf das Einste... war ein Schmied, der da existierte.

00:03:27: Es gab keinen Arzt, es gab nichts.

00:03:30: Keinen!

00:03:31: Also wenn sie mit den Zähnen oder krank waren oder so meine Mutter ist auch zur Entbindung nach Träubich gefahren.

00:03:39: das waren auch... ...von zwanzig bestimmten Kilometer war eine ganze Woche in der Klinik und dann kam er.

00:03:47: noch kam sie nachher, mein Vater war neununddreißig weggekommen schon.

00:03:52: In den

00:03:52: Krieg?

00:03:53: Da kamen Sie mit dem Kleinen auf dem Arm, Querfels einbauen und zu Hause hören.

00:03:59: Zu Fuß ist hier gegangen!

00:04:00: Wir hatten zwar einen Auto, er hatte meinen Vater gekauft weiß gar nicht wovon.

00:04:05: die waren.

00:04:06: ja auch jung feiratet das haben sie uns aber bald weggenommen wird ja alles eingezogen.

00:04:10: Genau das war damals so dass es dann auch für die Wehrmacht

00:04:14: gezogen wurde.

00:04:16: Und erinnern Sie sich noch an diese Zeit als Tochter des Lehrers.

00:04:20: Das ist ja immer ein bisschen besonders, wenn man im Schulhaus wohnt und zur Lehrersfamilie gehört.

00:04:26: Wie war da so der Alltag?

00:04:27: Ja also ich werde Ihnen sagen unser Dorf war nicht sehr groß.

00:04:32: So viel Kinder gab es gar nicht!

00:04:36: Und die Kinder, die da waren das waren meist auch so arme Leute Die kamen im Winter mit dicken Wollsocken ohne

00:04:45: Schuhe.

00:04:46: Oberjahr?

00:04:47: Ja, wir hatten aber nicht solche nass Schnee wie wir hier in Mecklenburg kennengelernt haben.

00:04:53: Wir hatten richtig harten Schnee.

00:04:55: Da konnten sie schon drauf gehen.

00:04:58: Und wenn man eingesagt ist ja sicher wird man auch nasse Socken gehabt haben Aber

00:05:04: die hatten nicht mal Schuhen, die sind dann mit dickem Socken gelaufen

00:05:09: Und sonst mit Klumpen hießen die, so wie die Hollander oder so haben.

00:05:15: Holzklumpen.

00:05:17: Die wurden der Vierzehn auch noch wieder hergestellt als wir hier bei Renau und Schönberg wohnten.

00:05:25: Da kamen Flüchtlinge aus dem Südenwahn, wo sie haben solche Sachen gemacht.

00:05:31: So Klumpel und Sandalen, solche Scheiberholz bisschen so ein Gummizäuch drüber, dass man was an den Füßen hatte.

00:05:42: Nicht ganz mafuß gehen brauchte.

00:05:45: das war ja alles so ärmlich.

00:05:47: aber

00:05:48: in Ostpreußen war es auch so ärmlig da wie sie eben beschrieben haben mit den Kindern die nur Socken an hatten und hatten... Ja

00:05:55: die waren auch wissen Sie und dann waren Kinder beim.

00:05:58: die kamen tageweise gar nicht zur Schule.

00:06:01: wenn beim Großbau eine Erntezeit war, da mussten die dahin gehen.

00:06:06: Da konnte mein Vater damals auch nichts machen.

00:06:10: Und ich erinnere mich an einen Jungen, der keiner wollte mit dem was zu tun haben.

00:06:17: Der kam jeden Tag mit wenigstens nassen Hosen.

00:06:23: Vielleicht hatte er nur die eine... Die trocknet nicht, sie hatten nicht die Möglichkeit.

00:06:28: Wir heute hängen jetzt hier an die Heizung was weiß ich und das ist es trocken.

00:06:33: Das war alles ganz anders!

00:06:36: Wir hatten auch die Toilette wir mussten über den Hof gehen.

00:06:39: Ich fand das trotzdem schönst.

00:06:41: Es war alles prima für uns Kinder.

00:06:43: Was wir nachts gemacht haben, dass er nicht gar nicht.

00:06:47: Wir haben wahrscheinlich im Flur wenn man reinkam von draußen da stand vielleicht ein Eimer

00:06:53: Und wenn wir tollen

00:06:55: mussten, nachts.

00:06:57: Wir Kinder hatten oben Kinderzimmerhanne und ich.

00:07:01: Hatten aber jeder ein eigenes Bett.

00:07:04: Sieg für der kleine Schliefe im Schlafzimmer, wo meine Mutter war.

00:07:07: Die war ja auch nur alleine immer.

00:07:09: Im Flur kam ein Eimer und der Eimer kam raus hinterm Stall bei den Mishaufen.

00:07:15: Da kam er alles und

00:07:17: kam hin.

00:07:18: Und sie hatten ja dann als Lehrerstochter auch viel zu tun mit den Kindern.

00:07:22: Sie sind einander dann wahrscheinlich auch begegnet beim Spielen oder?

00:07:27: Mittags war Schluss, mein Vater hatte ja praktisch von der ersten bis achten Klasse.

00:07:35: ich weiß gar nicht wie das so gewesen ist Ich saß da ganz vorne in der Ersten, ich war ja erst glaube ich vier oder so

00:07:43: und sie saßen schon mit drin, mit vier Jahren.

00:07:47: Ich habe immer geguckt, was er gemacht wird an der Krafel und so.

00:07:52: Und naja ich saß sich da vorne drin.

00:07:55: Haben Sie da auch schon Lesen gelernt?

00:07:57: mit wahrscheinlich?

00:07:58: Ja!

00:07:58: Da war ein Gedicht hinkam rein kam in die Klasse stand der Bücherschrank.

00:08:05: Vor allem eins mein Kind sei treu und war lass nie die Lüge deinen Mund entweilen dann werden das noch... Das deutsche Volk war also so richtig, das muss irgendein ganz doller Nazi gewesen sein.

00:08:25: So ein Gedicht machte überhaupt und das sollte ich in der Pause lernen weil ich geschwindelt hatte in der Klasse.

00:08:33: Ich hatte was gemacht und habe das auf andere geschoben Und das war nicht in Ordnung.

00:08:39: Und das hat mein Vater rausgekriegt.

00:08:41: Er musste in der Pause, fünf Minuten sollte ich dieses Fünf-Strophengedicht lernen

00:08:47: und

00:08:47: dann hatte er sich seinen Stock dahin gelegt.

00:08:53: Dann bin ich auf den Schulflur gegangen alleine, da war ich wohl die erste Klasse oder so, hab mir das Paar mal durchgelesen und dann so rein und dann kam ich rein.

00:09:06: Ich hab's auch aufgesagt und das Stock, der blieb unberührt liegen.

00:09:12: Also ich habe lauter solche Sachen gemacht.

00:09:15: Und Sie hatten ja da früh eben auch den Zugang?

00:09:18: Ja, das war eben anders alles bis zur achten Klasse.

00:09:24: Da waren manchmal vielleicht ein Schüler in einem Schuljahr ... Ich weiß es nicht... Das war ein

00:09:31: kleines

00:09:32: Dorf.

00:09:33: Nur

00:09:34: ganz

00:09:34: viel.

00:09:34: Ein kleines Nazi-Dorf.

00:09:35: Ja, also die Großbauern waren alle Nazis.

00:09:38: Und mein Bruder hatte das auch sehr interessiert was unser Vater für eine Einstellung hatte.

00:09:45: Ich glaube nicht dass er ein Nazi war ich glaube auch nicht dass sein Kommunist war Aber irgendwas muss man ja gemacht haben.

00:09:55: Wir hatten zum Beispiel kein Strom und so was Das kannten wir gar nicht Und gebacken in einer Küche wenn meine Mutter Brot gebackene hat einen Backofen und er war noch mit Stein ausgehaunt.

00:10:07: Also vor so einem Flugzeug.

00:10:09: So wie

00:10:09: in einem Museum, wenn man in ein freilichem Museum geht?

00:10:12: Ja genau.

00:10:14: Und das hat mir immer sehr gut gefallen dieses Humtum und diese kleine Weltchen was wir hatten.

00:10:22: Wir brauchten nur zum Türaufsgehen über den Garten und dahinter war ein Wald Und da oben auf den Bäumen, also da hab ich gern getoern und Vogelnester so beguckt.

00:10:35: Vielleicht auch mal ausgenommen.

00:10:38: Oh nein!

00:10:39: Doch, ich hatte auch einmal ein Creme-Nest.

00:10:43: Da hatte ich drei junge Creme und die habe ich mit runter genommen.

00:10:47: Die muss sich totgemacht haben, obwohl ich jetzt keine Fliege totmache.

00:10:53: Ich war in der Gartenlaube, war ja nur eine Heckeringsruhe mit Tisch und Stühlen nicht wie hier mithärt.

00:11:00: Und dann hatte ich ein Messer mehr aus der Küche geholt.

00:11:04: Dann habe ich die tot gemacht und dann gucken Soldaten rein.

00:11:08: wir hatten zum Schluss die letzten anderthalb Jahre ihr Soldateneinquartier im Klassenraum.

00:11:15: da war keine Schule.

00:11:17: Da sagten sie zu meiner Mutter, Sie brauchen keinen Mittag heute kochen.

00:11:22: Ihre Tochter ist schon dabei, sagt man da.

00:11:24: wieso denn?

00:11:26: Ja die macht schon Braten fertig im Garten.

00:11:30: Naja das war ja auch ein bisschen grenzwertig hätte.

00:11:33: Ich hab so was eben gemacht und für Kinder sollten ja mehr so Artige ordentlich sein.

00:11:40: Das glaube ich gar nicht so wahr.

00:11:43: Aber meine Schwester war sehr lieb und artig.

00:11:47: Die war immer beschirrt, beschirzt.

00:11:51: Ganz

00:11:52: anders als ich.

00:11:53: Man kann uns überhaupt nicht vergleichen.

00:11:55: Wir sind wie Feuer und Wasser.

00:11:58: Wenn wir sie ärgern konnten meinem Bruder, dann haben wir sie geärgert.

00:12:03: Das hat uns Freude gemacht.

00:12:05: Das war eigentlich gemein.

00:12:07: Typisch!

00:12:09: So ist

00:12:09: das mit Kindern.

00:12:11: Schauen um unser ganzes Grundstück, so einen sacheten Zaun.

00:12:17: Und er war auch mit Eisen so ein bisschen gemacht.

00:12:21: und das war es im Winter wenn's kalt war und man kam mit nach einer Handschuhe oder wir gingen ja meist ohne.

00:12:29: dann habe ich ihr gesagt weißt du?

00:12:32: Du musst da mal lange mit der Zunge ran gehen!

00:12:35: Das ist schön, das wird dir gefallen.

00:12:38: Sie hat sie auch auf mich gehört.

00:12:41: Und dann hat sie gebrüllt, Gott weiß wie.

00:12:44: Sie hat es aber nie meiner Mutter gesagt.

00:12:46: Sonst hätte ich vielleicht ... Ich meine mein Vater war nicht da, der war Soldat.

00:12:52: Dann hatte ich vielleicht, weißt du nicht was die gemacht hätte?

00:12:57: Vielleicht können Sie's noch mal erklären für alle, die so starke Winter nicht kennen.

00:13:00: Was passiert wenn man mit der Zunge...

00:13:02: Man kann sich ja auch etwas abreißen oder so.

00:13:06: Aber ich ... Die Finger haben ja oft geblutet, oder alles was sie anfassen.

00:13:12: Wenn sie die Stalltür von außen hatte auch so ein Metallgriff und im Winter hatten Frosch das war nicht so wie wir das hier in Mecklenburg nachher kennengelernt haben.

00:13:24: Ja man fror schnell

00:13:25: fest an diesem Material?

00:13:28: Naja und uns solche Sachen!

00:13:30: Und konnten Sie das mit Ihrer Schwester später nochmal ... klären, dass sie vielleicht ...

00:13:36: Nö.

00:13:36: Wir gesocke haben wir schon gut aus aber Sie hat mir manchmal Tipps gegeben gesagt ich sollte mir doch auch mal ein Buch hinten in die Hose stecken falls sich mal Prügel kriegen sollte.

00:13:50: Aber ich habe nicht einmal ... Ich wüsste nicht das dich einmal von den Eltern meiner Mutter Das glaube ich gab's auch gar nicht.

00:14:01: Nein, sie hat es nicht gepetzt!

00:14:03: Ah, eine

00:14:04: tolle Schwester... Aber

00:14:05: ist gemein?

00:14:08: Ja, schon.

00:14:10: Sie war so gehorsam immer zu Hause und hat Gewinnerdunkel putzt und ich bin immer losgelaufen.

00:14:18: Ich hab lieber draußen Sport gemacht auf dem Sportplatz und sowas.

00:14:23: Das hat mir besser gefallen.

00:14:25: Ja, das war nachher hier, in der wir auf dem Land ankamen.

00:14:31: Da hab ich zuerst gedacht, wir sind hier in Polen und sagten zu meiner Mutter, die sprechen hier alle so komisch.

00:14:38: Wo sind wir denn überhaupt?

00:14:41: Das waren Kaisgessohn, Fiedgessohne bei Lallendorf.

00:14:45: Und da haben sie uns abgesetzt erst mal.

00:14:49: Und dann haben wir da ja auch den Einmarsch der Roten Armee erlebt.

00:14:54: Das war natürlich auch nicht gerade schön, wobei ich sagen muss unsere Mutter hatte uns auch gar nicht wie das heute ist aufgeklärt.

00:15:05: Wir waren ja vollkommen unaufgeklärt.

00:15:07: Es hieß bloß, ob er das euch nicht von dem Hosen allein sehen.

00:15:12: und wenn die nach Frauen oder Mädchen fragen, dann wirst ihr nicht mehr wussten wir nicht.

00:15:18: Damals war das wohl noch ein Tabuthema bei den Eltern, ich weiß nicht.

00:15:23: Wir haben das ja alles miterlebt und dann ist das ganze Dorf oder fast das ganze Dorf in Wald geflüchtet mit Feedgästen.

00:15:33: Und das war so eine große coole Sonne.

00:15:37: Da haben wir uns unterständig gebaut die einzelnen Familien aus dem Dorf.

00:15:44: Eine Familie war im Dorf geblieben Und die hat uns verraten und dann kam der

00:15:50: Osten im

00:15:50: Wald.

00:15:51: Wir sahen schon über Land, übers Feld als sie gelaufen kam und mit Knacher und so.

00:15:57: Dann mussten wir alle raus und mussten uns ergeben.

00:16:03: Ja, wir Kinder auch mithände hoch und haben Alarm geschlottert und so... Und dann mussten weh innerhalb von einer halben Stunde alles räumen und zurück ins Dorf.

00:16:15: Und im Wald langer viel Deutsche soll geladen und Waffen, die hatten ja alles weggeschmissen oder haben sich versteckt.

00:16:22: Es wurden nur geschossen im Wald – ob Deutsch, ob Russen oder was weiß ich nicht.

00:16:28: Dann kamen wir in unsere Wohnung und die Russen gleich bei meiner Mutter also die Uhren weggenommen und Schmuck und so war es alles nicht.

00:16:38: Und dann haben sie Möbel aus der Wohnung nicht mehr aus unserer genommen.

00:16:42: Der Dorf Töch war in der Nähe.

00:16:43: Da standen den Möbel drin, was er sollte und die Frauen hatten eine Angst.

00:16:51: Aber wir Kinder wissen ja nicht warum.

00:16:54: Wir waren überhaupt nicht aufgeklärt, gar nicht!

00:16:57: Meine Tante haben sich gleich mit rüber gelungen.

00:16:59: Die wurde gleich vergewaltigt über die Straße und dann war wohl ne leere Wohnung oder ich... Meine Schwester und ich, wir kriegten noch so große Breite Haarschleifen mit wie Jungs aus jünger Aussehen.

00:17:14: Die Russen waren ja auch nicht blöd.

00:17:16: Die Frauen haben sich die Haare gepudert, dass sie ein bisschen weiß oder so warnt die jungen Frauen.

00:17:24: Das ganze Dorf hatte ja Angst.

00:17:27: Man hat ja auch tolle Sachen erzählt.

00:17:29: aber wissen Sie wenn man ehrlich ist?

00:17:32: Ich glaube... Die Deutschen waren auch nicht anders.

00:17:35: Und oft sind dann eben die Schwächeren, die Leidtragenden?

00:17:40: Jedenfalls waren wir in Fittges erst mal.

00:17:44: Dann kam ich wieder ein paar Wochen in die Schule.

00:17:47: Das ging immer wochenweise von da an meine Mutter.

00:17:52: Sie hatte ja noch keinen Beruf weiter.

00:17:54: Als junges Mädchen hat sie auf einem Gut gearbeitet im Büro und hat Büroarbeit gemacht.

00:18:03: Mein Vater war nicht da.

00:18:05: Er hat meine Mutter nachher versucht, aber mit drei Kindern.

00:18:11: Sie ist auch Lehrerin geworden und hatte auch ihre Weiterbildung gemacht.

00:18:17: Ja wir drei Kinder waren alleine und meine Schwester war dann nachher auch schon dreizehn so.

00:18:24: die hatten den Haushalt versorgt.

00:18:27: Meine Mutter war auf Schulung In Carlo wohnten wir bei Schönberg und Rehner.

00:18:34: Die musste dann rein nach Schwerin

00:18:35: usw.,

00:18:37: zwei, drei Tage ... Ja, wir drei Kinder waren allein zu

00:18:41: Hause.

00:18:41: Ganz alleine?

00:18:42: Meine Schwester war vernünftig.

00:18:45: Da konnte meine Mutter sich immer drauf verlassen.

00:18:48: Das war das, die konnte auch nie verstehen, wenn ich als junges Mädchen mal später nach Haus kam oder so.

00:18:56: Irgendwie komisch.

00:18:57: Sie war sehr erwachsen für ihr Altern und sie musste es ja auch dann sein?

00:19:03: Ja, also meine Mutter hat sehr viel Hilfe an meiner Schwestern gehabt.

00:19:07: Die hat Mittag gemacht und alles ... Ich weiß nicht woher die das alles so ... Aber das hat sie gekonnt!

00:19:14: Sie haben doch selbst sicherlich auch Aufgaben gehabt oder?

00:19:19: Wir hatten ein Stück Garten.

00:19:20: Ich hab da etwas gemuscht, was ich so konnte oder mal Holz gehackt und sowas gemacht.

00:19:28: Das hat meine Schwester nicht.

00:19:30: Und auf den kleinen Bruder?

00:19:31: Wer hat auf denen aufgepasst?

00:19:33: Der war vernünftig.

00:19:34: Wir hatten Hühner, der hatte einen Stall zu tun mit seinen Hühnchen oder gespielt.

00:19:40: Der war noch richtig mit seinen Locken.

00:19:43: Als er klein war.

00:19:46: Wenn er kam, dann kam er zu mir nicht zu meiner Schwester.

00:19:50: Ob auf Bildern wenn ich das so sehe, der ist immer auf meiner Seite.

00:19:55: Immer!

00:19:56: Dann hatten Sie eigentlich auch ein bisschen mehr Verantwortung wahrscheinlich.

00:19:59: oder Nähe zu diesem kleinen Proa?

00:20:01: Ja,

00:20:02: ich habe viel lieber mit ihm gespielt und versteckte uns am Stall.

00:20:08: Mit den Fischern da.

00:20:09: Wir hatten ja auch Schmeine und Kuh und so.

00:20:12: Und dann auf dem Heuboden und in Höhlen gebaut.

00:20:16: Meine Schwester hatte wenig Zeit dafür.

00:20:18: Außerdem hat sie immer Angst.

00:20:20: Sie macht sich schmutzig was für uns vollkommen egal war.

00:20:24: Wir haben die Wäsche nicht gewaschen.

00:20:26: Und einer muss sie auch gewaschnen haben, ne?

00:20:29: Ja, wissen Sie, wir haben auch meine Schwester ... Weil sie so penibel war.

00:20:36: Da haben mein Bruder und ich, sie hat Pellkartoffel.

00:20:40: Meine Mutter war ja nicht da.

00:20:42: Pell-Kartoffeln und Soße, sowas gemachte.

00:20:45: Und dann haben wir Kartoffel der Pelsigfütter und Ecken, haben es von draußen vom Flur an die Tür gestellt Kartoffeln in Soße gestippt und immer an die Tür geschmissen.

00:20:58: Und die war so richtig backsig!

00:21:00: Und ihr beide hatten unseren Spaß alles gemein,

00:21:02: ne?

00:21:03: Da hab ich

00:21:04: mir das heute schon überlegt...

00:21:05: Wenn aus heutiger Sicht tut's Ihnen auch wahrscheinlich Leid oder...?

00:21:10: Wenn ich ein Gedicht bekommen habe was ich lernen soll zum nächsten Tag.

00:21:17: Ich hab das ganz schnell gelernt.

00:21:19: Ich hab es zwei-drei Mal durchgelesen dann konnte ich das Ich konnte ganze Lesenstücke fast auswände.

00:21:26: Das hat mir nichts ausgemacht und meine Schwester, die hat geoxed, sie hat richtiggehend geoxd.

00:21:35: Mathe war nicht mein Fachsohn ne?

00:21:38: Ich hab das auch ja aber ich war auch nicht so ehrgeizig

00:21:44: Und so sehen wir wieder dass jeder seine Talente hat.

00:21:48: Ihre Schwester hatte noch ganz, ganz wichtige Talente, dass sie dieses Fürsorgliche gelebt hat und sie alle auch über Wasser gehalten hat.

00:21:56: Meine Schwester macht das auch noch so, werde ich Ihnen sagen wenn Sie sich mal ein Stück gekauft hatten und da hängt ihr irgendwo einen Pfaden oder eine Knopfverbisslose bevor sie die neuen Sachen in den Schrank gehängt hat, hat sich das alles nachgearbeitet.

00:22:14: Ich war aber auch im Nähkurs und hab für meine Kinder Genet gestrickt.

00:22:19: Ich habe mir sogar Kleider genäht, sogar einen Hosenanzug.

00:22:23: Da habe ich auch gemacht weil ich musste da war ich verheiratet, da war ja vernünftig.

00:22:34: Das ist erst anders geworden nachher als ich mein Mann kennenlernte.

00:22:39: Der war dann aus Ostpolsens zurückgekommen, sechste Klasse entlassen.

00:22:44: Sprach halb Russes, halb Deutsch.

00:22:47: Ach ja vielleicht mögen Sie noch ein bisschen von der Geschichte Ihres Mannes erzählen?

00:22:52: Ja, waren zwei Geschwister und der Vater von

00:22:57: meinem

00:22:57: Mann ist gleich verschleppt worden.

00:23:01: Das muss ich aber sagen... Der hat immer gesagt, er war ein Kommunist und in Ostpäusen gab es auch Kommunisten.

00:23:08: Und der hatte auch einen Bruder, der war auch Kommunist.

00:23:12: Wenn die KP mal gedacht hat, dann hatten sie irgendwo ihre Agenten ... Dann wurde Bescheid gesagt, du, die sind wieder auf uns suchen!

00:23:22: Die suchen die Kommunisten... Und dann ist auch mein Schwiegervater, die muss sich verstecken und so.

00:23:29: Das war ja damals vor meiner Zeit.

00:23:35: Und

00:23:39: der Vater verschleppt, obwohl er kommunistisch

00:23:41: war.

00:23:42: Der Vater kam nach Kubicev am Schwarzen Meer oder irgendwo im Süden Russland und die Mutter Da soll eine Frau am Tor sehr geweint haben und immer geklagt.

00:23:56: Sie hat zwei kleine Jungen, sie möchte doch nach Hause aber haben sie nicht gelassen.

00:24:01: Die Mutter haben sie auch nie wieder gesehen ob die jemals irgendwo gestorben

00:24:05: ist oder... Das war die Mutter, die so geklackt hat?

00:24:08: Ja,

00:24:08: ja, ja.

00:24:10: Aber

00:24:10: mein Mann war damals schon wohl neun Jahre so und der andere Erwin, der war sechsjährige.

00:24:18: Und dann hatten sie ... Anfangs noch den Großvater?

00:24:23: Ja, die Großeltern lebten da mit im Haus.

00:24:26: Sie hatten so ein Häuschen und da lebten die Eltern von meinem Schwiegervater.

00:24:33: Das war ja ihr Mann nachher.

00:24:36: Sie lebten dann mit dem Haus so.

00:24:39: Und der Großväter wurde dein Bürgermeister beim Russen.

00:24:44: Dann muss er auch als Bürgemeister die Kühe haben.

00:24:49: raus auf die, also von der Weide hole.

00:24:52: Und da hat er sich solche bisschen weiten Hosen gemacht und dann hatte er meine Flasche stehen und dann hat er heimlich mal gemolken damit die beiden Jungs mal ein bisschen Milch kriegen und das haben sie immer rausgekriegt, dass der Opa da praktisch Seku melkt und da haben sie ihn halb tot geschlagen.

00:25:18: Jedenfalls der Opa ist nachher gestorben.

00:25:21: Wie alt er war, das weiß mein Mann nicht.

00:25:24: Er sagt, er war an die siebzig oder so.

00:25:28: Er weiß es aber nicht.

00:25:30: Der ist gestorbt und für den hat er ja dann da das Grab gemacht.

00:25:34: Ja, der hatte am Haus mit dem

00:25:40: Axt

00:25:40: oder was?

00:25:41: Der Boden war ja gefroren.

00:25:43: Hat mein Mann, der war damals zehn.

00:25:46: Und dann hat er den Ding, dass der Opa da rein kann.

00:25:52: Um Kopfküssen damit reingelegt, damit der Oma nicht friert?

00:25:56: Naja das ist ja auch alles.

00:25:59: Aber

00:26:00: wenn der

00:26:01: Open nicht gewesen wäre, wären die auch nicht durchgekommen.

00:26:05: Der Opa hat viel... Prügel einstecken müssen wegen der Kinder nicht, weil er dann mal vielleicht auf dem Feld einen Kohlkopf mitgehen ließ oder so was wieder zu waren.

00:26:17: Und mein Mann war Meldereiter bei den Russen mit zehn Jahren.

00:26:23: Nachher kam kaum und da an bei den Pferden in das ganze Geschirr über den Kopf und so.

00:26:30: Und er musste auch bis Nachts um.

00:26:33: Elf oftmals.

00:26:34: Mit zehn Jahren?

00:26:36: Ja, ja!

00:26:36: Und er hatte jetzt niemand mehr, wenn der Großvater gestorben ist?

00:26:40: Da war keiner mehr, nein.

00:26:42: Eine alte Frau hat sich dann so ein bisschen drum gekümmert.

00:26:46: Sie hatten sich wohl der alte Opa und die alte Frau ... Weiß ich das zu zweit besser wirtschaften lässt.

00:26:55: Der Opa brachte immer Milch mit und die Frau hat vielleicht auch ...

00:27:22: Und jetzt lebten die praktisch auf sich gestellt und waren eben immer noch in dieser Region.

00:27:30: Und der kleine Bruder, den er jetzt noch lebt.

00:27:34: Mein Mann hatte ja den einen nur... Der musste jeden Tag in die Pilze und da kam mein Korb oder einmal voll Pülsen aus dem Wald und dann haben wir ein Salzwasser abgekocht wenn sie Salz hatten.

00:27:50: Ja,

00:27:51: die lebten sehr, sehr ärmlich.

00:27:54: Es gab ja auch viele Kinder damals, die wirklich als Weisen sich irgendwie durchstogen.

00:27:59: Dazu gehörte ihr

00:28:01: Mann... ...dienende im Wald zu leben und jedenfalls so lang der Oper war, ging es noch.

00:28:12: aber dann hat die Frau gesagt, da geht ein Transport nach Deutschland Und dann hat sie mit meinem Mann gesprochen.

00:28:23: Er war ja noch wenigstens schon ein bisschen vernünftiger, mit zehn.

00:28:28: Jeden Tag musste er reiten und alle russischen LPG, die es dann gab inzwischen, die musste er anreiten und kriegte von jeder einen Zettel mit.

00:28:41: Das stand immer drauf was Sie eingenommen hatten an Kornen oder Kartoffeln.

00:28:46: Sonstige Sachen.

00:28:47: Und das musste er mir zum Hauptvorschein bringen und dann war die Uhr manchmal zehn oder elf Nachts.

00:28:55: Das fährt ging nachher, sagt er schon alleine in den Stall.

00:28:59: Als ich das noch nicht so kannte, hat er eine Nacht auch solche Angst gekriegt.

00:29:06: Da waren wohl so viele Glühwürmchen.

00:29:08: Ich hab das noch nie gesehen!

00:29:10: Und es war alles auf der Erde als wenn das brennt... Und das kannte er ja noch nicht.

00:29:17: Da hat die Glühwürmchen, ob es man in einem Jahr oder Tage viel Glühmher gab?

00:29:23: Das weiß ich nicht.

00:29:25: Jedenfalls von den Glühwirmen.

00:29:27: Er erzählt, da hatte er Angst gehabt und das fährt heute wohl auch erst so ein Sprang hoch.

00:29:33: Ja, er hatte dann Angst.

00:29:34: Er war ja auch noch ein

00:29:37: Kind!

00:29:37: Ja, und eine Russenfamilie war da, da war ein Mädchen... Und die hat ihn mal mit nach Hause genommen.

00:29:46: und er lacht, die Russenfamilie geht dann am Ofen.

00:29:49: Wir hatten die Öfen in Ostpolsen.

00:29:51: Die waren immer noch so ein hoher Ofen und vorgemauert mit einer Ofenbank.

00:29:56: So, den war man schön warm und da lagen die drauf und dann haben sie ihm einen Teller Suppe gegeben.

00:30:03: Hat er sich ja mächtig gefreut.

00:30:05: Aber das war selten!

00:30:07: Die haben viel gehungert.

00:30:09: und auf seinen Cousin Der wohnte im Nachbardorf.

00:30:13: Der Cousin hat so oft die Müllton durchgesucht, wie das jetzt manchmal auf Bildern ist, wenn wir im Fernsehen das sehen.

00:30:22: Da waren die Kinder ganz sich selbst überlassen und es gab selten Barmherzigkeit?

00:30:28: Ich weiß nicht, er kam dann auf Usedom an.

00:30:32: Und da wurde der nachher auch eingeschult aber er wurde wohl auch zuerst ein bisschen gehänselt.

00:30:40: Er sprach ja total verkehrt auch.

00:30:44: Also von Grammatik und so, keine Ahnung.

00:30:47: Der Ursprung war ein guter Schüler, er sollte auf die Oberschule gehen aber war alles futsch.

00:30:53: Ja der drei Jahre praktisch in diesem Bereich, der dann Russisch sprach?

00:30:58: Und da

00:30:58: hat

00:30:59: vielleicht das Deutsch vergessen...

00:31:02: Sie haben jeden Tag gesagt wenn man sie auf dem Postamt geguckt oder Posts von zu Hause da

00:31:09: ist Aber

00:31:10: wer soll schreiben?

00:31:12: Und plötzlich war doch mal ein Brief da von seinem Vater.

00:31:17: Der verschleppt worden war!

00:31:19: Ja,

00:31:19: der verschleppt worden war.

00:31:21: Er muss den Bergwerk arbeiten und da hat er gesehen... ...er hatte auf dem Schulterblatt das Guckte so bisschen raus.

00:31:29: Da hat er gedacht, dass wäre vielleicht eine Idee, dass sie hier wegkommt aus Russland und empfängt gern zu stöhnen.

00:31:37: Er kann nicht mehr arbeiten, er kann Arm nicht heben.

00:31:41: Und hat der Ärztin davor gejault und vorgejammert.

00:31:45: Und Tatsache da wurde ein Trotz zusammengestellt... ...und er kam mit und kam nach Schwerin.

00:31:53: Da in Schwering hatten sie abgemacht wohl von Ostfäuser.

00:31:57: Das haben wohl viele gemacht, eine Adresse?

00:32:00: Ja das haben viele gemacht!

00:32:02: Und der Brief ist angekommen und die Jungs haben den Brief gefunden.

00:32:08: Das war ja gut.

00:32:10: Jedenfalls kam dann später der ABF auf, Arbeiter an Bauernfakultät und eine Lehrer hat mein Mann so geschwatzt er sollte die Arbeiter in Bauern-Fakultäten besuchen und er soll studieren.

00:32:26: du hast das Zeug dazu, du bist doch kein Doma!

00:32:29: Und mein Mann hat tatsächlich ABF gemacht.

00:32:33: Der hat sechs Jahre der Schiffer-Fakultät besucht und uns hat hier seinen Diplom gemacht, und er hat dann auch in einer ganzen Zeit gearbeitet als Diplominär.

00:32:49: Hat das alles gepackt und geschafft?

00:32:51: Wir haben das auch beide gefasst!

00:32:53: Ja

00:32:54: ich sehe schon dass geht ihnen auf ganz nahe, dass ihr Mann das noch... Alles so hinbekommen hat, trotz dieser ganz schwierigen Staatsbedingungen.

00:33:02: Als ich entlassen wurde von der Schule war das auch noch gar nicht so mit den Oberschulen.

00:33:09: Ich bin aus der achten Klasse entlassen und meine Mutter wollte wohl gerne, dass ich weitergehe.

00:33:15: aber wer soll das bezahlen?

00:33:18: Mein Bruder sollte studieren, mein Bruder war ja auch ... Und ich habe zwar mal zwei Jahre auf der Handelsschule in Schwerin Und da hab ich dann meinen Mann kennengelernt.

00:33:30: Ach, dort?

00:33:31: Er hat Schlosser gelernt und wenn wir tanzen waren, früher lernte man sich auch auf dem Tanzboden kennen.

00:33:39: Das war ja ein bisschen anders.

00:33:41: heute stehen sie ja da und tanzen gar nicht richtig.

00:33:46: Ich war bei der Landesregierung angefangen als ich mit meiner Handelsschule fertig war Ja, bin ich nach Rostock gegangen.

00:33:58: Er ist in Schwirin geblieben und hat Schlosser zu Ende gelernt.

00:34:05: Und dann kam er nachher nach Rastock und da hatte ich hier ja schon mal wieder ein bisschen geguckt und war tanzen und so.

00:34:12: Da hatte ich ihn auch vergessen kann man auch nicht sagen aber war eben nicht mehr das was es zu Anfang war kam er nach Schwerin zum Studium.

00:34:30: Und dann musste er jeden Tag an meiner Arbeit, stelle ich mal ja damals in Schwerien beim Rad des Bezirkers Kulturabteilung.

00:34:40: Ich war immer einer Kulturabteilung, immer mein Leben lang und da musste er immer vorbeigehen.

00:34:46: Ja.

00:34:46: Dann

00:34:47: habe ich ihn einmal gesehen und dann habe ich meine Schwester angerufen Weißt du, dann habt ihr das erzählt.

00:34:56: Da sagt sie, da gehen wir mal hin und es ist doch um Heim denn?

00:34:59: Und dann bin ich mit ihr ins Heim gegangen.

00:35:02: Dann gab's noch einen Fördner, da konnte man nicht einfach so in Heim... So Studenten

00:35:06: wohnen heim,

00:35:06: hm?

00:35:08: Er war sehr skeptisch, sehr skeptish!

00:35:11: Das sah gar nicht so aus als wenn er überhaupt was wird mit uns zu Anfang.

00:35:17: Aber das war nachher alles wunderbar.

00:35:20: Waren wir zusammen, ne?

00:35:22: Ich hatte hier ein kleines Zimmer.

00:35:24: Das war nicht mal halb, so wie dies hier.

00:35:28: Das schad auch nur im Bett und Schank und kleine Tische mehr nicht drin.

00:35:33: Und er ist dann meistens heimgegangen und hatte da wenigstens einen Tisch vor dran arbeiten konnte.

00:35:39: Die hatten ja wenn sie an der Uni sind auch immer Aufgaben zu machen.

00:35:45: Manchmal haben wir uns nur in einer Woche einmal gesehen und nachher hat mich das so geärgert, denke ich.

00:35:50: Ich bin noch jung und ... soll hier bloß immer sitzen und warten auf schön Wetter oder was.

00:35:56: Und das hat mich dann geärgert, so nach sechs Jahren.

00:36:01: Und da haben wir einfach geheiratelt.

00:36:03: Ja, das klingt vernünftig!

00:36:04: Kurz

00:36:05: und bündig?

00:36:06: Ich hatte ein höchstes Kleid an aber keine Hochzeitskleiden.

00:36:11: Es war winterend eisigkalt und wir kriechten keine Blumen.

00:36:16: und mein Mann hat sich noch so bemüht.

00:36:19: Da hat er einen Kraftfahrer gefunden, ein Busfahrer.

00:36:22: Der fuhr nach Ilmenau und der hat uns von einem Blumöntler drei Krisen Themen mitgebracht.

00:36:30: War mal nicht toll aber es waren ein paar Blümchen.

00:36:34: Sie wurden erst vernünftig als sie geheiratet

00:36:37: hatten?

00:36:37: Ja das so war das!

00:36:40: Und das war wunderbar!

00:36:44: Die sind von ihrem Vater ja total begeistert, also von dem Schwärmen sehr besonders.

00:36:50: Wir haben eigentlich das immer sehr schön gehabt für alle Mann und außerdem mein Mann ging nachher auch wenn er Zeit hatte mal angeln Und außerdem hatten wir einen schönen Garten und jetzt haben alle drei Kinder am Garten Schöne große Gärten, alle aggern sie im Garten Wenn mein Mann angeln war Wenn einer von den Kindern mitkommt, oder er hat auch so ein kleines Boot genommen.

00:37:20: Und dann kam er immer mit Fischen nach Hause und da sind die Kinder gerne mit.

00:37:27: Also ich auch!

00:37:29: Ich bin auch gerne mitgegangen.

00:37:30: das war immer interessanter.

00:37:32: Es gab immer was zu gucken um wenn der Fisch angebissen hatte und so... also bei uns war es immer irgendwie Das war schön.

00:37:41: Und der Mann hat praktisch viel Einfluss drauf gehabt auf ihr Leben und auf ihr Verhalten.

00:37:48: Ja, ja.

00:37:49: Da kam auch sehr gut mit meiner Mutter aus.

00:37:52: Ich hab das sehr schön gehabt!

00:37:55: Sie schwärmen ja sehr von ihrem Mann zurecht ganz bestimmt.

00:37:59: Und sich selbst haben sie eben auch ein bisschen kritisch beschrieben, wie sie ihre Schwester geärgert haben und solche Sachen.

00:38:06: Was würden sie denn sagen?

00:38:07: Was sind denn Ihre guten Eigenschaften, Frau

00:38:10: Petron?

00:38:11: Ich habe viel gestrickt!

00:38:12: Ich hab für Kinderwagen ausgeschmückt mit Decken und Kopfkissen und die Wiege mitten mit Dingen... Und ich musste mich auch erst erkundigen.

00:38:23: Für mich war das ja alles neu, und sie ist so viel... Gucken Sie mal!

00:38:26: Mein Mann war ein langer Student immer nur hundertachtzig

00:38:30: Euro.

00:38:30: Wir

00:38:31: hatten ganz wenig Geld.

00:38:33: Also Sie waren sehr fleißig, würde ich sagen?

00:38:35: Ja, er auch.

00:38:37: Er konnte alle.

00:38:39: Meine Mann war so einer ... wir hatten immer eine Wohnung.

00:38:42: da war so ein kleiner Nebenraum, war nicht groß ein bisschen größer als das Bett gestellt.

00:38:48: Das war seine Werkstatt, er hat alles gemacht!

00:38:51: Es gab nichts was er nicht konnte, ob er Uhren repariert hatte oder egal was, er konnte alles und jeder kam zu ihm Kanze mal Heinz kanze Mal und Heinz hat dann immer versucht und hat es auch alles gepackt.

00:39:07: ich weiß nicht.

00:39:09: der musste beim Russen nur alles machen viel gelernt und Leben vorum sein.

00:39:15: Das Leben vormt einem.

00:39:17: Oh, das macht sie jetzt ganz ... Ein toller Mann war das!

00:39:22: Ein Multitalent.

00:39:24: Ja, die Kinder sind also zur Oberschule gegangen und wollten alle was.

00:39:32: Und wie haben Sie das mit der Kindereziehung hinbekommen?

00:39:36: Mit der Kindererziehung.

00:39:38: Andreas mussten wir gleich weggeben.

00:39:42: Der war in einer Kinderkrippe.

00:39:44: Ich habe beim Rad des Bezirkes gearbeitet.

00:39:48: Nun hatte ich ja den kleinen, mein Mann konnte ihn als Student nicht mitnehmen und ich hatte nur den Kleinen.

00:39:56: Und dann jeden Sonnenamt haben wir auch gearbeitet und zum Fischkombinator war die Krippe.

00:40:06: Dann waren die Straßen schon mit einem Kinderwagen.

00:40:09: Belegt manchmal mit zwei, mussten sie am Sorana Platz wohnen.

00:40:15: Wir dabei Wind und Wetter stehen im Winter und warten bis wieder ne Bahnachmarin Ehefuhr und ihn wegbringen.

00:40:23: Warum mussten Sie ihn?

00:40:24: Weil Sie achten, Sie mussten ihn gleich

00:40:26: abgeben!

00:40:27: Ja er war sechs Wochen alt.

00:40:29: damals die Kinder, die geboren waren Wenn sich die nicht unterbring.

00:40:34: ich hat nur meine Mutter.

00:40:35: Ich hatte keine Menschen Seele.

00:40:37: Der Schwiegervater hat gearbeitet, die Schwiegermutter war gerade gestorben.

00:40:43: So

00:40:44: ich

00:40:44: hatte keine Menschensehle.

00:40:46: Und Sie

00:40:46: konnten nicht von der Arbeit aussetzen?

00:40:49: Nein,

00:40:50: ich konnte von hundertsachzig Euro und dann waren wir ja auch schon drei Personen mit Andreas und ich und mein Mann und alle von hundetachtzig Euro.

00:41:01: das geht

00:41:01: nicht.

00:41:02: Weil ihr Mann noch studiert habt praktisch?

00:41:04: Ja, da war er mal sechs Jahre da an der Uni und davor drei Jahre ABF.

00:41:11: Da hat Lange gebraucht mit dem Studium, wir haben kein Geld gehabt.

00:41:15: Und in Urlaub als die Kinder größer waren ... Wir wollten ja auch manchmal Urlaub machen mit den Kindern so.

00:41:22: Das war immer sehr gut zu überlegen.

00:41:24: Haben wir auf alles immer gepackt aber...

00:41:28: Aber wie ging es Ihnen damit?

00:41:30: Als Sie das kleine Kind so wegbringen

00:41:32: mussten?

00:41:33: Ja, das war bitter.

00:41:34: Das war sehr, sehr bitter!

00:41:37: Dann kam er mit drei Jahren in Kindergarten... ...das war schon ein bisschen besser.

00:41:42: dann hatte ich ihn jeden Tag doch zu Hause halbtags und dann aber auch nur ein Zimmer.

00:41:48: wir hatten keine Wohnung und mein Mann war noch immer oben im Studentenheim noch keine Wohnung.

00:41:55: Ich hatte ein Zimmer, dann kam mein Mann.

00:41:58: Da hatten wir ein paar Möbel und schon gekauft unser Schlafzimmer.

00:42:02: Das konnten wir da reinstellen.

00:42:04: Wir hatten nette Wörter, wir kamen gut klar.

00:42:07: Ja ihr habt Glück gehabt!

00:42:09: Ich hab mit den Kindern großes Glück gehabt.

00:42:12: Was war die schönste Zeit in ihrem langen Leben?

00:42:16: Man war jung und die Kinder waren da.

00:42:19: als die Kinder klein waren.

00:42:22: ja das war eine schöne Zeit.

00:42:25: Und weil sie alles so beobachten können, wie Sie es allmählich größer wären und was aus ihnen wäre.

00:42:32: Dass man sich gegenseitig hilft – die Zeit!

00:42:36: Die war schön natürlich auch davor.

00:42:40: Man hatte keine Sorgen oder Probleme.

00:42:42: Das ist natürlich auch schön wenn sie so als Halbstarker und so.

00:42:48: Ich kann überhaupt keine schlechte Zeit sagen.

00:42:51: Ich hab auch nie irgendetwas mit jemandem zu tun gehabt, was ernsthafte Folgen haben könnte.

00:42:58: Irgendwie sowas.

00:43:00: Nein, so was hab ich nicht gemacht.

00:43:03: Auch nachher war um die schönen Zeit ... Als wir wieder alleine waren, die Kinder aus dem Haus, die kommen ja ohnehin genug.

00:43:11: Mein Wünschen können sie noch öfter kommen.

00:43:13: Aber als wir dann auch reisen durften... Das war auch schön!

00:43:22: Da hatten wir nachher auch Geld.

00:43:23: Mein Mann hat ja verdient und ich hab dann auch voll gearbeitet, als wir die andere Seite so kennenlernten.

00:43:31: Und wir sind viel gereist muss ich sagen mein Mann mochte nicht schon reisen da hatte wohl den Nase voll von dieser Reisereise ausbrößen.

00:43:41: aber ich habe das organisiert und das hat geklappt und wir waren immer froh sich für Hotels nicht zu haben.

00:43:50: Ich mache lieber eine kleine Hütte und bin mehr für mich.

00:43:54: Das waren schöne Zeiten, als die Kinder klein waren.

00:44:01: Und alles wird dann unsere erste Wohnung kriegt.

00:44:04: Was hat man uns manchmal für ein Mauserwoch angeboten?

00:44:08: Es war schrecklich!

00:44:11: Ein großes Problem damals mit der Wahrungsknappheit.

00:44:14: Sehr problemlos.

00:44:15: Da hatte mein Mann auf einem Bett Da hat er noch so ein Gestell drauf gebaut, wie ein Laufgitter.

00:44:24: Da war unser ältester drin am Wochenende.

00:44:28: Wir hatten nur einen Zimmer und in dem einen Zimmer ... Sie können nicht immer zu bloß gucken und gucken.

00:44:35: Ich hatte auch da meine Auswirtschaft.

00:44:38: Ich hab noch um so'n klein Pot Winter gekocht.

00:44:42: Das war ja alles... Also heute ist das modern.

00:44:45: Da glauben die bald gar nicht.

00:44:48: Ja, sie mussten sich auch mit Wirksleuten gut stellen aber ich habe eigentlich immer Glück gehabt.

00:44:56: Immer!

00:44:57: Und es klingt für mich ja auch recht schwierig einiges was Sie erzählen und trotzdem betrachten Sie's als schöne Zeit?

00:45:05: Ja genau.

00:45:06: Und erzählen mal lachend, mal weinend von diesen schönsten Zeiten.

00:45:10: Das

00:45:10: war auch alles... das war auch eine andere Zeit.

00:45:14: Was können Wir als jüngere Menschen tun, damit wir auch eines Tages mit einundneinzig sagen

00:45:22: können ...

00:45:24: Die Zeit war schön und die.

00:45:25: Eigentlich hab ich nie was ganz Schlimmes erlebt.

00:45:29: Was kann man dafür tun?

00:45:31: Man muss manchmal Einschnitte hinnehmen können, auch wenn man manchmal meint, man ist im Recht.

00:45:39: Man kann nicht immer bloß sehen, dass man seinen Kopf durchschätzt, weil man meint Nur das ist richtig.

00:45:48: Sie müssen auch viel Verständnis für andere Leute haben und anderen helfen, sich gegenseitig unterstützen.

00:45:55: Und sonst glaube ich, ist es auch sehr schwierig.

00:46:00: Wenn doch jeder Mensch so wäre, sie würden sich nicht anecken.

00:46:03: Wir hätten Frieden überall.

00:46:06: Man hat überall ... dass die Leute immer gleich so böse werden.

00:46:12: Die sind auch abgearbeitet jetzt und ...

00:46:15: Wir sollen also nicht unbedingt unseren Kopf immer durchsetzen wollen, können trotzdem oder gerade deshalb auch glücklich werden?

00:46:24: Ja!

00:46:25: Also man kann nicht nur mal von sich aus gehen und ich bin am besten und so das wird nichts.

00:46:33: Das wird nix.

00:46:34: Man muss auch wenn wir einen geben und nehmen.

00:46:38: Also man muss versuchen, mit jedem einigermaßen klarzukommen dann haben sie auch keine großen Probleme nachher.

00:46:49: Probleme kann man immer kriegen vielleicht aber man kann auch viel machen oder viel dagegen tun.

00:46:56: wenn man wenn man einsichtig ist finde ich vor allen Dingen muss man versuchen, ohne Großstreit auszukommen.

00:47:10: Viele Leute sind ja sehr streitsüchtig auch.

00:47:14: Hat man auch schon oft gehört und so.

00:47:17: Man muss eben auch klein beigeben können.

00:47:21: Und nicht immer bloß nur die anderen sind schuld.

00:47:24: Und vor allen Dingen muss man ... Wenn man verheiratet ist es ja auch darauf achten... Dass man mit seinem Partner, ob nur Mann oder Frau ist.

00:47:36: Egal dass man gut klarkommt.

00:47:39: Dass man vieles lösen kann und nicht immer auf Hieb und Stich.

00:47:44: wenn sie jetzt bloß mal rumhören oder im Fernsehen ist es überall schlimm.

00:47:51: Ja ich glaube im Fernsehen kommt mehr das Schlimme.

00:47:54: aber das ist ein interessanter Punkt mit der Ehe.

00:47:57: wie funktioniert da so eine gute Ehe?

00:47:59: Die müssen gut auskommen.

00:48:01: Also, man muss auf den Eingehen können dann auch.

00:48:06: Wenn irgendwas ist und das dann ausdiskutieren kann was man hat oder so.

00:48:12: aber es wird überall mal etwas gehen wenn alles immer so gutgehen würde Das wäre langweilig.

00:48:22: Es muss auch mal was gesagt werden.

00:48:26: Dann war ordentlich, aber nicht gleich mit durchgötteln und durchschütteln.

00:48:32: Aber man muss sich auch die Meinung sagen können im ordentlichen Ton.

00:48:37: Viele laufen dann gleich auseinander.

00:48:42: Langweilig war es bei Ihnen bestimmt nicht?

00:48:45: Nein,

00:48:45: langweilich war's nicht!

00:48:47: Man kann auch mal ein böses Wort sagen, aber ich muss mich dann auch einmal entschuldigen können.

00:48:57: Ich glaube, das ist auch etwas, was Sie gelernt haben im Laufe Ihres Lebens.

00:49:03: Ja, ich denke immer von mir... Man möchte so haben wie ich das haben möchte.

00:49:09: So möchte ich es nicht so im Leben haben.

00:49:12: Mein Mutter war ja nur ein paar Jahre freiratet und dann wurde mein Vater so geradet.

00:49:17: Die waren glaube ich vier Jahre freieratet.

00:49:20: Ja neununddreißig ist er eingezogen Und kam praktisch nur im Urlaub nach Hause.

00:49:27: Dann geht er über die Felder und guckt, wie es in den Stellen aussieht... ...und dann ist der Urlaub vorbei.

00:49:35: So ungefähr stelle ich mir das vor.

00:49:38: Viel Zeit für einen anderen haben sie ja auch nicht.

00:49:41: Ich weiß nicht, wie viele Tage das Urlaub gab oder war vielleicht unterschiedlich?

00:49:48: Also solche Zeiten wollen wir ja nicht wiederhaben!

00:49:53: Das wollen wir alle nicht.

00:49:54: Nein, das ist das Schlimme.

00:49:56: Deshalb verstehe ich auch nicht, dass so viele Leute ... Liebe, deppern Sie alles kaputt und dann vertrauen sie sich nachher!

00:50:05: Einer wird das schon wieder aufbauen.

00:50:07: Das geht aber nicht so.

00:50:09: Vorher ein bisschen nachdenken?

00:50:11: Ja, das finde ich ja auch.

00:50:14: Man macht manchmal die Nachrichten auch nicht mehr.

00:50:16: Es ist schlimm.

00:50:18: Das ist leider so.

00:50:20: Und wir wissen nie, was auf uns zukommen macht.

00:50:23: Auf die Urenkel, will ich mal sagen, auf meine Urenke.

00:50:31: Die Enkel weiß, was sie erleben werden oder ob die gerne in den Krieg ziehen wollen wenn sie jetzt das Raden einziehen.

00:50:41: Was wünschen Sie denn den jungen Menschen?

00:50:45: Dass sie am Frieden leben können dass sie niemals Soldat werden müssen.

00:50:50: Das möchte ich nicht, das möchte ich auf keinen Fall.

00:50:55: Es ist bestimmt ein bisschen egoistisch aber ich gehe immer von mir aus Ich will auch keinen Streit, ich möchte auch lieber in Frieden leben und nicht mich streiten hier.

00:51:07: Darum mache ich die Tür auf schones oder andere daran.

00:51:11: dann wettert man sich an, dass es doch schrecklich so war Aber finde ich sehr schlimm.

00:51:18: Sie haben gut die Brücke geschlagen, dass der Frieden im Kleinen anfängt?

00:51:23: Ja!

00:51:23: Wir können ja auf das große Weltgeschehen so wenig einwirken aber jeder kann an dem kleinen Frieden arbeiten, den wir untereinander...

00:51:32: Denen schlüsst,

00:51:33: ne?!

00:51:34: Wir haben jetzt wirklich sehr lange geredet.

00:51:37: So einen Sonderfall bin ich ja im Prinzip nicht erst.

00:51:41: Man muss das trotzdem lesen, was man hier so erlebt.

00:51:45: Dann ist es auch ein Teil

00:51:47: unserer

00:51:48: ... Geschichte hier in Deutschland, ne?

00:51:52: Und eine wichtige Lebensgeschichte.

00:51:54: Also danke, dass Sie uns auf Ihrem Lebensweg ein Stückchen mitgenommen haben und uns Einblicke verschafft haben angefangen vom kleinen Mädchen in Ostpreußen das auf Bäumen klettert bis hin zu der eintneinzigjährigen Dame die heute unter den Bäumen ihre Bücher liest.

00:52:13: Ja ja das mache ich gerne.

00:52:17: Und jetzt noch.

00:52:18: Ich habe gerade einen Seemanns-Human, das Buch hab ich jetzt zeugt, das sollte in Müll wandern aber ich hab mir es rausgesucht.

00:52:28: Das ist ein kleiner Jung.

00:52:30: der wollte immer zur See fahren und das hat er geschafft mit fünf Jahren.

00:52:36: Der ist sein Leben lang bis zur Rente Kapitän nachher gewesen Durch die ganze Welt von allen Reiten, das hat er alles beschrieben.

00:52:49: Das ist so schwere Arbeit auf Segelschiffe.

00:52:52: Da gab es unsere Schiffe noch nicht aus Metall-Segelschiffen und dann beschreibt der da

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