28 Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere
Shownotes
Manchmal nimmt das Leben einen ganz anderen Verlauf, als wir es uns ursprünglich vorgestellt haben. In dieser Folge geht es um einen Lebensweg, der sich immer in Bewegung befand. Unsere Bewohnerin erzählt von ihrem Jurastudium, von verschiedenen beruflichen Stationen und ihrer späteren Selbstständigkeit im Reisebüro. Obwohl es ihr größter Wunsch war, Kindergärtnerin zu werden, hat sie ihren eigenen Weg gefunden und dabei ihre Erfüllung entdeckt.
Besonders prägend waren dabei die Begegnungen mit anderen Menschen und die Beziehungen, die sie im Laufe ihres Lebens knüpfen durfte.
Eine inspirierende Geschichte darüber, dass neue Möglichkeiten entstehen können, wenn sich Türen schließen, und dass es oft die Menschen sind, die unserem Leben den größten Wert verleihen.
Transkript anzeigen
00:00:00: Willkommen bei unserem Podcast Ohren für Senioren.
00:00:03: Wir sind Almut
00:00:04: und Tinker!
00:00:06: In jeder Folge hören wir einen Menschen zu, der auf ein eigenes langes Leben zurückblickt.
00:00:12: Wir möchten zeigen dass Heimbewohner durchaus noch viel
00:00:15: zu sagen haben
00:00:16: und das es sich lohnt ihnen zuzuhören Denn jede Stimme zählt und jedes
00:00:21: Leben hat
00:00:22: etwas zu erzählen.
00:00:25: Hallo,
00:00:26: wir streben der Mittagszeit entgegen.
00:00:29: Genau, wir streben der Mittagszeit entgegen.
00:00:32: Wir haben heute einen wunderschönen Mai-Tag.
00:00:35: draußen scheint die Sonne und wir sitzen hier drinnen und nehmen unseren Podcast auf.
00:00:42: aber es ist ja auch noch früh am Tag und heute Nachmittag gehen sie bestimmt auch noch ein bisschen in die Sonme nach
00:00:49: draußen oder?
00:00:50: Ja das werde ich auf jeden Fall machen damit Ein bisschen Farbe in mein Gesicht kommt.
00:01:00: Ja, das ist eine gute Einstellung!
00:01:03: Vielleicht erst mal dazu wer sie überhaupt sind?
00:01:07: Was darf man denn über Sie
00:01:08: wissen?!
00:01:09: Also... Mein Name ist Bärbel Wolfkramm.
00:01:13: Ich bin am dem April der twenty-fünftigsten in Strahlsund geboren habe dort meine Schulausbildung genossen und bin mit achtzehn Jahren nach Abschluss des Abiturs zum Studium nach Halle gegangen und habe Staats- und Rechtswissenschaften, mit dem Schwerpunkt Wirtschaftsrecht studiert.
00:01:42: Das war ja ein schneller Verlauf Ihrer Kindheit!
00:01:45: Darf ich da nochmal zurückspringen?
00:01:48: Fragen zu Ihrer Kindigkeit?
00:01:49: hatten Sie Geschwister oder wie war das in Ihrem Elternhaus?
00:01:53: Haben Ihre Eltern zusammengelebt?
00:01:57: Also meine Eltern haben in den ersten Jahren vor meiner Geburt geheiratet, sind in der Heiligen Geistkirche getraut worden.
00:02:13: Und dort sind mein Bruder und ich.
00:02:18: Mein Bruder ist anderthalb Jahre jünger als ich.
00:02:23: Wir sind beide dort getauft worden.
00:02:26: Mein zweiter Bruder ist erst neun Jahre später geboren und hatte, wie es damals so üblich war, die Namensgebung.
00:02:38: Er wurde nicht getauft, er hatte die Namennsgebung.
00:02:42: Was ist das?
00:02:43: Das ist eigentlich dass man Genau wie bei der Taufe auch.
00:02:49: Bloß dass das eben nicht kirchlich war, sondern da hat man eine Urkunde bekommen und dann wurde dann der Name und das Geburtsdatum nochmal bestätigt.
00:03:01: Und das war die Namensgebung, nannte sich das Nicht-Taufe, sondern Namensgeben.
00:03:08: Also vom Sachverhalt her war das gleiche.
00:03:10: Das eine war eben nur Kirchlich und das andere war nicht Kirchliche.
00:03:18: Und geboren bin ich am Querkanal in Strahlsund.
00:03:23: Das ist vor dem Eingang zum Hafen, wo heute gegenüber das Ozeaneum ist und dort bin ich geboren worden.
00:03:39: Mein Vater war aus Breslau nach Strahlsund gekommen.
00:03:45: Der war Schornsteinfeger, hat erst bei der Freiwilligen Feuerwehr gearbeitet und dann nachher bei der Feuerwehr.
00:03:54: Und anschließend war er als Schornsteinfiger in Strahlsund tätig.
00:04:01: Meine Eltern haben mit uns zwei Kindern.
00:04:05: damals – ich bin ja neunzehnundfünfzig geboren und mein Bruder, neunzenohne zweinfünftig, haben wir zusammen meine Eltern und wir beiden Kinder in einem Haus gewohnt mit meinen Großeltern zusammen, den Eltern von meiner Mutti.
00:04:24: Es war ja dann voll im
00:04:25: Haus?
00:04:27: Ja, das war ein normales Wohnhaus.
00:04:31: Das hatte mehrere Intagen aber wie das so früher war eine riesengroße Flur.
00:04:37: heute sitzt da In dem unteren Teil des Hauses, das Haus steht noch, mein Kindheitshaus.
00:04:45: Da ist die ... Oh Gott, wie nennt sich das?
00:04:50: Diese See-Rettungsdienststelle, DH oder was?
00:04:55: Die haben dort ihren Sitz.
00:04:58: Mein Bruder und ich sind noch zu Hause geboren.
00:05:03: Wir hatten eigentlich bei meinen Großeltern meine Oma hat uns die ersten Jahre betreut bei meiner Mutti gearbeitet.
00:05:14: Die hat beim Anwalt gearbeitet, sie war Rechtsanwaltsunnotargehilfen und hat bei Dr.
00:05:20: Bergfeld damals gab es ja auch noch nicht so viele Rechtsanwälte, war sie in der Kanzlei tätig und hat aber auch wirklich von früh bis spät gearbeitet sodass ihre Mutti mehr oder weniger uns betreut hat.
00:05:38: und erst im Nachhinein hat meine Mutti auch gewusst, wie schwer das eigentlich ist zwei Kinder die nur ein Jahr auseinander waren im Alter zu betreuen.
00:05:49: Ja aber das wollte ich auch noch sagen es ist ja auch besonders dass man so einen dichten Altersunterstieg zu seinem Geschwistern
00:05:56: hat.
00:05:57: Das war wirklich so... Mein Bruder nachher drei oder vier Jahre alt, das kann ich jetzt gar nicht mehr genau sagen war und in den Kindergarten gehen konnte.
00:06:09: Sind wir beide in dem Kindergaten?
00:06:14: der Volkswerfstrahlsund gegangen.
00:06:17: Wir waren mit die ersten Kinder, die überhaupt in diesen Kindergarten gegangen sind.
00:06:23: Wir sind auch später mal zu einer Gedenkfeier eingeladen worden und in das Kulturhaus in Strahl sind, wo sie das alles noch einmal vorgestellt haben.
00:06:33: Und dort sind wir auch geblieben bis wir in die Schule kamen.
00:06:36: Das war also auch in der Nähe von unserem Geburtshaus.
00:06:41: Meine Großeltern sind danach herausgezogen, die wohnten aber auch trotzdem immer noch ziemlich nahe.
00:06:48: Es waren ja andere Wohnverhältnisse damals als heute.
00:06:52: also wir waren nicht weit auseinander so dass sie auch weiterhin ein bisschen auf uns Obacht gegeben haben meine Großelter und das war total nette Leute und die haben ihre ganze Liebe in uns Kinder gesteckt.
00:07:09: Also ich habe immer gesagt, sie hätten für uns Kinder ihr letztes Hemd ausgezogen.
00:07:14: Sie hatten selber wenig aber sie haben alles was sie geben konnten, haben sie uns gegeben.
00:07:19: also ich bin in einer wirklich glücklichen Familie groß geworden.
00:07:25: Das klingt wirklich
00:07:26: sehr schön!
00:07:27: Meine Mutti hat selber auch sehr viel für uns genäht Und dann waren wir oft in dem Kloster der Heiligengeistkirche mit ihr.
00:07:42: Da ist nämlich meine.
00:07:43: Ur-Oma war in dem Kloster untergebracht und hat ihre letzten Jahre dort verbracht, das hatte meine Mutter uns auch erzählt und hat uns diese Kamel gezeigt wo sie untergebracht war gestrickt und gestopft.
00:08:04: Und sie hat auch in ihrem Bericht über ihre Kindheit das nochmal zum Ausdruck gebracht, dass sie da das alles gelernt hat von ihrer Oma.
00:08:16: Leider habe ich diese Begabung meiner Mutti nicht gegeben!
00:08:21: geerbt, aber wahrscheinlich ist das auch deshalb gekommen weil meine Mutti für uns alles gemacht hat und ich gar nicht dazu genötigt war das zu tun.
00:08:33: Aber so wie sie damals auch schon geschrieben hatte dass was wir heute so als Nachhaltigkeit bezeichnen da wurde eben gestrickt und geheckelt und wenn es zu klein war dann wird es wieder aufgerappelt, aufgerollt die Wolle angestrickt oder neu gestrickt und aus Kleiderresten, die sie nicht mehr getragen hat wurde dann genäht.
00:08:58: Also meine Mutter hat viel für uns gekriegt.
00:09:01: So und dann, da bin ich mit sechs Jahren eingeschult worden mein Bruder zwei Jahre später weil der im Juli geboren wurde und man damit sieben und er zur Schule gekommen ist, sodass wir zwar fast gleichealtrig waren.
00:09:20: Wir sind auch wie Zwillinge groß geworden.
00:09:24: Ja?
00:09:24: – Ja!
00:09:25: Wir waren beide vom Alter her nicht viel... Und
00:09:30: hatten Sie auch so eine enge Verbindung zueinander?
00:09:33: Also haben sie sich sehr geliebt oder eher oft
00:09:36: gestritten.
00:09:36: Nee, wir haben uns geliebt aber wir haben es auch gestriten.
00:09:40: Aber mein Bruder trotzdem immer auf mich aufgepasst und ich habe mir für später eigentlich immer ein... größeren Bruder gewünscht, aber mein Bruder war immer an meiner Seite und hätte mich auch überall verteidigt.
00:09:55: Und ich hatte ihn als junger Mensch dann nachher auch viel im Schlepptau, wo man nicht mehr so gerne jemandem im Schlebtau hat, wenn man mal alleine sein möchte!
00:10:08: Aber das war schön.
00:10:09: Ein bisschen hat sich das Verhältnis nachher im Alter.
00:10:13: Als wir beide von zu Hause weg waren, hat er sich das ein bisschen verändert.
00:10:18: Und die Verbindung war immer da auch ... Die Verbindung nach ihm zu meinem Mann.
00:10:23: Obwohl meine Brüder auch beide mit meinem Mann eng verbunden waren?
00:10:30: Ja!
00:10:30: Es war zuerst natürlich ... Waren sie natürlich äh... Bisschen traurig wie das so ist wenn man seine Schwester abgeben muss an jemand anderen.
00:10:42: Aber das war nicht nur für die beiden Jungs schwierig, kann ich nicht sagen.
00:10:49: Die haben uns auch besucht und haben sich gut verstanden mit meinem Mann.
00:10:59: Mein Mann hat meinen Vater auch noch kennengelernt.
00:11:04: Damals waren wir noch nicht verheiratet aber mein späterer Mann Auch mit den Strassen.
00:11:14: Und auch mein Padi war natürlich ein bisschen wie das so ist, eine Tochter hat man an der Hänkmann und durch ihn ist es eigentlich damals auch gekommen dass ich überhaupt zur erweiterten Oberschule gegangen bin.
00:11:33: Ich wollte das
00:11:33: gar nicht.
00:11:35: Mein Padi hat mich mehr oder weniger dazu gezwungen da hinzugehen weil die Lehrer eingeschätzt hatten, dass ich das Zeug dazu habe, die zwölfte Klasse zu machen.
00:11:50: Und da hat er gesagt, mit vierzehn Jahren könne ich das noch nicht richtig einschätzen und ich würde vielleicht ihm später mal Vorwürfe machen, dass ich nicht studieren kann weil ich manchmal das Abitur hatte.
00:12:03: Wollten
00:12:04: Sie denn zu der
00:12:05: Zeit das AbITUR ganz machen?
00:12:06: Nein!
00:12:06: Ich wollte es nicht machen.
00:12:09: Aber ich weiß, dass es auch andere gab die gerne zur erweiterten Oberschule gegangen wären und eben nicht konnten aber bei mir.
00:12:19: Also wie gesagt, mein Vater hat gesagt wenn die Lehrer das so einschätzen dass ich die Voraussetzungen dazu habe dann sollte ich das auch machen.
00:12:29: Meine Schulfreunden, die ich seit der dritten Klasse hatte, die hat sich mächtig gefreut weil gehen wollte zur erweiterten Oberschule, die wollte Dolmetscherin werden und da war das Studium voraussetzung.
00:12:44: Und Voraussetzungen für Studium waren natürlich das Abitur und die hatte mich natürlich auch überzeugen wollen weiter mit ihr zusammen zu gehen.
00:12:53: Wir waren ja schließlich lange genug zusammen und dann hat sie gesagt Mensch komm doch mit.
00:12:59: aber ich wollte nicht weil ich wollte Kindergärtnerin und als Kindergärtnerin brauchte ich kein Abitur.
00:13:08: Und deswegen stand für meine Mutti, und für mich stand schon von klein auf an fest auch wahrscheinlich durch die Betreuung von meinem kleinen Bruder mit bedingt dass ich Kindergärterin... Für mich stand fest entweder zehn Klassen und dann nach Franzburg oder Putbus zur Ausbildung als Kinder-GärtnerInnen und dann wäre mein Lebensweg geebnet gewesen.
00:13:34: So und nun kam das ja anders.
00:13:36: Und dann habe ich mir gesagt, nee, ich brauche es nicht.
00:13:39: Und da hat man mir gesagt naja aber wenn du denn nachher das Abitur hast und hast studiert, kannst du ja auch vielleicht meinen Kindergarten leiten?
00:13:50: Und hab' ich gesagt ne, ich wollte dich leiten!
00:13:53: Ich wollte mit den Kindern zu tun haben.
00:13:55: Ja.
00:13:55: So und dann ja.
00:13:57: aber wie gesagt... ...ich bin dann gegangen, habe auch mein Abiturt gemacht und als es dann darum ging, dass der Abschluss nahte.
00:14:11: Dann haben sie mit einem noch mal gesprochen was wie das nun weitergehen sollte Und da habe ich mich sturgestellt.
00:14:22: Ich habe von Anfang an das gesagt und das sollte auch so bleiben.
00:14:25: Ach, Sie wollten dann trotzdem Kinder gendern?
00:14:26: Ich wollte
00:14:27: doch trotzdem Kindergendern werden und hab gedacht ob ich nachher leiteren werde.
00:14:31: Das steht auf dem anderen Blatt aber ich wollte das noch.
00:14:36: und dann hat man mir gesagt dass der Staat ja auch ganz schön in mich investiert hat mit der Schulbildung.
00:14:46: Na ja, mir auch der Willi ganz gewissen geredet und dann wollte man mich überzeugen dass ich dann Lehrerin werde.
00:14:53: Aber Lehrerin wollte ich nicht werden.
00:14:56: Warum nicht?
00:14:57: Ist doch fast so ähnlich.
00:14:59: Nein,
00:14:59: nein mit so großen wollte ich nichts.
00:15:02: Naja jedenfalls habe ich dann geguckt was könnte ich denn studieren wo die Naturwissenschaften nicht so gefragt waren?
00:15:13: das wollt ich nicht weiter machen.
00:15:16: Und dann muss wohl das Vorleben meiner Mutter eine Rolle gespielt haben, dass ich gesagt habe.
00:15:23: Ich würde dann Jurat studieren und da hatte ich mir Jena als Universität ausgesucht also Universität in Jena und meine Mutti hatte sich mit jemandem mal unterhalten und er hat dann gesagt Mensch wenn sie dahin geht Das ist ja wie Rechtspflege Dann ist man nachher Richter Aber da fährt man so schmal Spur als Richter.
00:15:48: Da hast du entweder Familienrecht oder Arbeitsrecht, oder Zivirecht... Also eine Richtung.
00:15:58: und dann hat er gesagt, lass doch deine Tochter lieber Wirtschaftsrecht studieren!
00:16:03: Dann kann sie nachher in einen Betrieb anfangen und hat alle Rechtsgebiete eigentlich die sie vertreten kann.
00:16:11: Und das war dann der Grund, dass ich mich für Jura überhaupt entschieden habe.
00:16:18: Aber zwischenzeitlich hatte in Jena die Universität geschlossen, sodass ich dann den Hall studiert hab – vier Jahre.
00:16:29: Da habe ich mit im letzten Studienjahr unser Staatsexamen gemacht Und gerade in dem Monat, als ich anfing ist mein Fatih verstorben.
00:16:40: Das war nicht ganz so einfach für mich aber dann haben wir im Anschluss nach diesen Staatsexamenprüfungen konnten wir unsere Diplomarbeit schreiben und haben dann auch mit Diploma abgeschlossen wenn die angenommen wurde die Diplomanbeit und das habe ich dann auch gemacht mein Studium in Halle beendet und habe dann in Groß Lüsewitz angefangen als Justizjahr bei der, das war Obst Gemüsespeisekartoffeln nannte sich.
00:17:17: Das war das Ingenieurbüro.
00:17:19: die haben für Kartoffel, Lagerhäuser haben... Groß Lüsewitz ist ja auch heute noch bekannt für die Erforschung der Kartoffeln.
00:17:34: Dieses Büro hatte für die Kartoffellagerhäuser so eine Lagerhallen gebaut, wo sie gelagert wurden.
00:17:46: Das waren also Investitionen, die der Staat getätigt hat um diese Kartoffeln gut zu lagen.
00:17:54: und da bin ich ganz viel in der Republik umher gereist weil Lüftungskanalreiter zusammengebrochen waren und damit waren die Kartoffeln nicht mehr ordentlich lagerbar.
00:18:10: Und dann haben natürlich die Genossenschaften ihre Ansprüche gelten gemacht, und wir sollten die Erfüllenschanzersatzansprüche.
00:18:22: Da musste ich an, weil diese Kartoffellagerhäuser in vielen Städten in der Republik waren, musste ich immer an die Vertragsgerichte da und war natürlich ganz viel unterwegs.
00:18:38: Und als ich dann, um hier zu kommen, meine Tochter zur Welt gebracht habe und kaum Zuhause war, mein Mann hat ihm vier Schichtsystem gearbeitet damals.
00:18:53: Was hat ihr Mann
00:18:54: gemacht?
00:18:55: Der war Der hat im Rechenzentrum der VVB-Schiffbau gearbeitet, hier in der Dummung an der Straße.
00:19:04: Das war in den siebzigern Jahren ging das bei uns erst mit der EDV so richtig los und da ist er dann eingestiegen Operator auch tätig, hat mitgeholfen zu programmieren.
00:19:21: Das hat eben tollen Spaß gemacht.
00:19:23: aber wie gesagt wir waren beide sehr beansprucht und dann habe ich in dem Betrieb in Großlüsewitz einen Aufhebungsvertrag gemacht.
00:19:34: dazu muss man sagen wenn du studiert hast Dann bekam man nachher einen Betrieb zugeordnet, wo man anfang.
00:19:47: Es ist keiner arbeitslos geworden.
00:19:49: Jeder hatte die Betriebe mussten schon Jahre vorher ihren Bedarf anmelden was sie brauchten an Fachleuten Und so wurden dann die Studenten auch gesteuert.
00:20:01: Aber durften sie sich nicht was aussuchen,
00:20:03: wenn Sie jetzt die Lärm des Anlasses gucken?
00:20:05: Ja es waren mehrere Möglichkeiten je nachdem auf welche Leistungen man hatte, also wenn man sehr gute Leistung hatte mehr Möglichkeiten als wenn man nicht ganz so gut war.
00:20:16: aber es war für jeden gesorgt erstand keine wie heute manchmal ist Du hast dein Studium beendet und findest keine Arbeit.
00:20:26: Das so was gab es nicht, aber es war natürlich auch bei manchen mit Unmut verbunden weil sie eben da dann hin mussten und vom Gesetzgeber war vorgeschrieben dass du drei Jahre in dem Betrieb bleiben musst.
00:20:42: Ach
00:20:42: das ist das
00:20:43: auch noch.
00:20:44: Ja, aber wie das mit den Gesetzen so Man findet auch Schlupflöcher und die Betreuung der Kinder war zu DDR-Zeiten ja auch eine wichtige Sache.
00:20:57: Und dann habe ich ihm gesagt, also durch meine Arbeitszeit, durch diese vielen Dienstreisen und mein Mann ist es nicht möglich, meinen Kind ausreichend zu betreuen.
00:21:11: konnten wir einen Aufhebungsvertrag machen, das heißt im Gegenseitigen einvernehmen.
00:21:17: Die durften mir nicht kündigen auch drei Jahre lang nicht und die hätten mich behalten müssen wenn ich Mist gebaut hätte, die mich trotzdem behalten müssten.
00:21:25: aber wie gesagt wir haben dann einen aufhebung vertracht gemacht und dann habe ich als Justizier im Zentrum Warnhaus Rostock in der Langstrasse angefangen was jetzt Galeria Kaufhof ist.
00:21:37: da hab und da war ich dann bis zur Wende.
00:21:48: Und
00:21:49: was haben Sie dort
00:21:50: gemacht?
00:21:51: Da war ich auch Justizjahren.
00:21:53: Aber da hatte ich natürlich hier in dem ersten Betrieb, hatte ich nur mit Investitionen zu tun und hier im Zentrum Warnhaus hatte ich alle Rechtsgebiete.
00:22:03: Ach so
00:22:03: ja!
00:22:03: Das war dann besser für
00:22:04: Sie?
00:22:04: Ja, ich hatte da auch mit Arbeitsrecht zu tun in Großlösewitz aber wir waren nur ein bisschen über vierzig Mitarbeiter, da hattest du nicht so viel zu ... was mit Arbeitsrechtssachen zu tun.
00:22:19: Das war ja größer, wir waren fast tausend Mitarbeiter insgesamt – mit Lager und Verkäuferinnen.
00:22:29: Und dann hatten sich die gesetzlichen Regelungen noch geändert.
00:22:33: Ich bin nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch ausgebildet.
00:22:42: Zwischenzeitlich war – ich glaube, das waren neun zwölf, siebzig.
00:22:45: Ich kann es gar nicht mehr genau sagen.
00:22:47: Ja, ich glaube sechsohn-siebzig ist ja das Zivilgesetzbuch verabschiedet worden und dann da war alles neu geregelt.
00:22:57: Mietverträge, Arbeitsverträge und Kaufverträge usw.
00:23:03: Das legt sich zwar dem bürgerlichen Gesetzbuch an aber es war doch anders.
00:23:09: Da musste ich dann die ganzen Schulungen machen und bei so vielen Leuten.
00:23:13: Und ich war ja auch noch jung, also ... Das war eine ganz schöne Anforderung damals.
00:23:19: Weiterzuentwickeln
00:23:20: mit den Veränderungen?
00:23:21: Ja das kann ich mir vorstellen...
00:23:23: Aber ich habe das gemeistert!
00:23:26: Und viele, die dort gearbeitet haben, die kennen mich heute noch und haben immer noch ein gutes Verhältnis zu mir.
00:23:37: Schön.
00:23:37: Ich sag ja, dass es bei unserem Spargelessen war unsere Chefssekretärin noch bei mir, die mir die Stings geschickt hat.
00:23:46: Und da habe ich auch gesagt, auch Erika, wir kennen uns jetzt am ersten Juni, der ist nach fünfzig Jahren kennen wir uns jetzt wie schön und immer noch so ein gutes Verhältnis.
00:23:57: Das ist toll!
00:23:58: Ich hatte ja auch weiterhin keinen, ich hatte nur als übergeordnete Chefin meine, unsere Direktoren Die Sekretärin beim Direktor war halt die rechte Hand vom Direktor.
00:24:12: Und wir hatten wirklich ein gutes Verhältnis, was sich auch bei dabei behalten hat.
00:24:18: Schön!
00:24:18: Ja und dann ja inzwischen oder dann habe ich neunundsiebzig ist meine zweite Tochter geboren worden.
00:24:32: Die goldene Hochzeit konnte ich mit meinem Mann nicht mehr feiern.
00:24:36: Also eineinhalb Jahre vorher ist er leider verstorben, aber wir haben auch ne gute Ehe geführt und der war sehr stolz auf seine Töchter.
00:24:47: also da hat er auch nichts drauf kommen lassen.
00:24:53: Wie haben sie sich denn überhaupt kennengelernt?
00:24:59: Ken gelernt haben wir uns auf der Verlohmung von meiner Kusine.
00:25:04: Ah, okay!
00:25:06: Und das hat auch gleich ... Mein Mann hatte sich gleich so doll in mich verliebt, dass er mich gar nicht wieder hergeben wollte.
00:25:15: Der wollte mich gleich vom Straße und aus mit nach Rostock nehmen.
00:25:18: Ach!
00:25:20: Wie
00:25:20: alt waren Sie
00:25:20: da?
00:25:21: Einundzwanzig.
00:25:23: Das war schon ein Alter, wo man dann auch schon ein bisschen reifer ist.
00:25:29: Naja,
00:25:31: vielleicht noch mehr als
00:25:32: früher bestimmt.
00:25:37: Der hat mir auch nachher meine Diplomarbeit gelesen und so.
00:25:41: Wir waren schon ein gutes Team.
00:25:45: Er hat seinen EDV-Fahrerbeiter noch nachgemacht, er hat dann an der Fachhochschule Jura gemacht Allerdings nicht mit Diplomabschluss, sondern wie normaler Abschluss.
00:26:04: Ist da ja aber auch gar nicht tätig geworden mehr?
00:26:06: Aber das hat er noch gemacht.
00:26:09: Einfach nur so zum Spaß oder?
00:26:12: Nein.
00:26:12: Er wollte eigentlich immer Jora studieren, aber bei ihm hatte es nicht so gut geklappt als bei mir und wahrscheinlich war das auch mit Ausschlaggebend, dass er mich gleich mitnehmen wollte sich so eine Frau wohl auch schon immer gewünscht hatte.
00:26:30: Und ja, dann hat er mich nicht mehr aus seinen Fingern gelassen obwohl ich ein Jahr lang immer noch nach Halle gefahren bin.
00:26:37: Es war immer ein trauriger Abschied hier am Bahnhof.
00:26:40: Ach das glaube ich!
00:26:42: Zu einer Fernbeziehung war das dann
00:26:43: erst?
00:26:44: Ja, das erste Jahr.
00:26:49: Aber wie gesagt es nicht so lange, also als ich meinen Staatsexamen gemacht habe.
00:26:55: Da war das ja schon so gut wie gelaufen.
00:26:57: die Diplomarbeit konnten wir ja zu Hause schreiben und da hat er mir auch geholfen und da hatte sie auch Korrektur gelesen.
00:27:07: meine Mutti hat sie geschrieben bis zum letzten Tag Fingsten.
00:27:14: den Rest hab' ich ihr in die Maschine diktiert.
00:27:18: Ich habe immer alle Fristen und so eingehalten, aber ich habe alles immer bis auf den letzten Drücker geschoben.
00:27:26: Das hat sich auch später nicht geändert.
00:27:29: Das hatte hier meine Erika, die mich jetzt besucht hat diese Kriterien immer gesagt.
00:27:37: Das hat sie mir aber damals auch schon gesagt.
00:27:39: Hat sie, wenn ich nicht so gerne für dich geschrieben hätte, weil das alles bei dir so schlüssig war und ich das wirklich gerne geschrieben habe für dich, weil es Sinn und Verstand hatte – auch Leitungsvorlagen, die ich einbringen musste -, sagt sie aber dass du immer alles auf den letzten Drücker gemacht hast.
00:27:58: Die Kollegin in der Poststelle, die wusste auch schon Bescheid, wenn Monatsende war und ich Fristen beim Gericht einhalten musste.
00:28:06: Dann bin ich meistens breit daß hingegangen und habe mir noch die Briefmarken geholt damit ich selber das zu Ende schreiben konnte und die Post dann aufwärts selbst wegging, damit ich die Termine einhalte weil es da ja immer um Fristen geht bei den Gerichten.
00:28:20: Aber das hat sich bis zum Schluss nicht geändert.
00:28:23: aber meine Töchter haben gesagt, Mensch wenn du so was hast dann mach das doch gleich.
00:28:31: Das ist aber unruhig dich nun und du schiebst es nur weg!
00:28:35: Aber ich...das ist wahrscheinlich im Menschen so drin?
00:28:40: Ich weiß es
00:28:40: nicht.
00:28:41: Genau manche
00:28:41: sind so.
00:28:42: Genauso wie mit meiner Zettelwirtschaft.
00:28:45: Manche haben gesagt wie Du überhaupt darauf was fandest?
00:28:47: Ich wusste genau immer auf welchen Stapel ich gerade zurückgreifen musste um das zu finden.
00:28:52: Das sehen Sie
00:28:53: das ist die Hauptsache dass man selbst in seinem Chaos ein bisschen durchzieht.
00:28:58: Ja, aber das war schon.
00:29:01: Und erinnern Sie sich dann an besonders spannende Fälle oder besondere Vorkommnisse die spannend waren, die sie interessiert oder bewegt
00:29:12: haben?
00:29:15: Also diese eine Vorfall war, was ich schon erzählt hatte das letzte Mal.
00:29:21: Von diesem jungen Pärchen, was so viele Diebstähle begangen hat er in allen möglichen Geschäften im gesamten Umgebung dem Strafherfahren.
00:29:35: Waren es eigentlich noch Jugendliche oder Erwachsene?
00:29:39: Nein die waren damals ... die waren schon über zwanzig Ich weiß es gar nicht mehr, da war die Unterscheidung nach Jungt und erwachsene Strafrecht noch nicht so aktuell.
00:29:53: Und wie gesagt das war ja nur eine Anführungsstriche neben Beschäftigung ich hatte ja mehr mit Arbeitsrechtssachen zu tun.
00:30:07: wenn insbesondere bei Inventur-Differenzen und so, wenn immer am Jahresendre wurde ja eine große Inventure durchgemacht.
00:30:15: Und in der Durchgeführte und in der Regel war dann ja auch sichtbar vielfach durch Diebstahlshandlungen von außen dass da negative Zahlen raus kam und ich musste dann immer prüfen die materielle Verantwortlichkeit Und wenn eben die Voraussetzungen gegeben waren, dann mussten die Verfahren bei der Konfliktkommission oder beim Arbeitsgericht angemeldet werden.
00:30:51: Aber ansonsten hatte ich ja hauptsächlich mit den Verträgen zwischen Betrieben zu tun und so – da kann ich nicht sagen!
00:31:00: Ich habe immer Justizianen, der Großhandelsbetriebe mit denen wir ja vertrachliche Beziehungen hatten habe ich immer sehr gut zusammengearbeitet.
00:31:12: Wir haben sowohl die Verträge gestaltet als auch nachher die Durchsetzung.
00:31:20: Also dann waren sie gar nicht so viel vor Gericht sondern haben das eher außergerichtlich
00:31:24: alles?
00:31:24: Ja, wir haben alles.
00:31:26: also bevor man vores Gericht ging insbesondere im Wirtschaftsrecht musste man so nannte sich dass Eigenverantwortliche Lösungen machen.
00:31:36: Also diese Partner, das war Voraussetzung also das musste man nachweisen dass man das gemacht hat und sich nicht einigen konnte und deshalb das beim Vertragsgericht anhängig wurde Und wir haben das meistens so gelöst
00:31:52: Ja Das ist...
00:31:56: Da war ich nicht mehr so häufig bei Gericht.
00:32:00: Wir hatten damals unser Praktikum oder mein Praktikum hatte ich hier am Bezirk der Traxgericht in Rostock gemacht.
00:32:08: Das ist an der Friedrich-Engeltstraße genau in der Ecke gewesen, da ist jetzt glaube ich ein Zahnarzt weiß es gar nicht genau.
00:32:16: Da war unten das Vertragsgericht und dann habe ich immer gesagt weil ich dieses Ellenbogenvermögen nicht hab.
00:32:23: Ich bin immer aufgeregt vor Gericht gegangen also Ob das beim ordentlichen Gericht war, also beim Arbeitsgericht.
00:32:31: Die haben immer gesagt, oh sie sind immer so ruhig und ausgeglichen.
00:32:36: aber das war ich gar nicht!
00:32:37: Ich hatte so viel Bauschmerzen und Herzklopfen... Aber nach außen hin muss das anders gewirkt haben?
00:32:47: Ich weiß es nicht.
00:32:48: Aber ich habe immer gesagt ne, ich hab.. Das war nicht so.
00:32:53: Das war, ich mochte das nicht.
00:32:54: Ich mochte auch nicht zum Vorarbeitsgericht.
00:32:58: Weil ich immer die ... Ich hab zwar vorher geprüft alles, ob die Berghiddingen doch irgendwo nicht verantwortlich gemacht werden brauchten aber manchmal ging es halt nicht.
00:33:10: dann hat man Arbeitspflicht der Letzungen festgestellt und da musste man Und das tat mir immer irgendwo weh Das mochte ich nicht, das hat mich dann noch mehr beunruhigt.
00:33:20: Vor allem wenn sie denn auch so ein empathischer Mensch sind?
00:33:22: Ja
00:33:25: und ich habe viel später mal die Richterin bei der ich am Arbeitsgericht war wieder getroffen.
00:33:31: da war ich zufällig aber es war wirklich Zufall dass sich als ehrenamtlicher Richter bei ihr nach der Wende eingesetzt.
00:33:42: Sie waren
00:33:42: als ehrenamtliche Richter?
00:33:44: Ja, ich war am Arbeitsgericht nach der Bände.
00:33:49: Ich wollte eigentlich, als der Kaufhof das Zentrum Warnhaus übernommen hatte und da eingestiegen ist und die Frage stand was machst du jetzt?
00:34:02: Da hätte ich, also der Geschäftsführer vom Kaufhof hatte dann mit mir gesprochen.
00:34:07: Ich hätte nach Köln – da ist die Zentrale von dem Kaufhof gewesen – in die Rechtsabteilung gehen können.
00:34:16: Aber das wollte ich nicht.
00:34:17: Ich wollte nicht von der Familie weg.
00:34:19: Mein Mann war damals arbeitslos.
00:34:21: Meine große Tochter ist in die zehnte Klasse gekommen und wollte Abitur machen.
00:34:26: Und da habe ich gesagt, nee, das wollte.
00:34:31: Und da hat der Geschäftsführer mich überzeugt, dass ich ins Reisebürogeschäft einsteige.
00:34:40: Da musste ich eine Prüfung machen die sich gewaschen hatte muss ich dazu sagen mit Hauptstädten und Währungseinheiten und was man so von Ländern wissen sollte.
00:34:53: Und Geographie war nie meine starke Seite.
00:34:56: Da hab ich gesagt, nee eigentlich kann ich das nicht und der hat zu mir gesagt Frau Wolfgramm, ich trau Ihnen das zu dass Sie das können!
00:35:04: Okay... So und dann habe ich letztlich ja gesagt so und danach haben wir die Prüfung gemacht und aus den alten Bundesländern wurde ja die Prüfung abgenommen.
00:35:16: Die waren was erstaunt was meine junge Kollegin die mit mir diese Prüfung gemacht hat, was wir alles konnten und das wir so super abgeschnitten hatten.
00:35:27: Ich glaube, er hatte ein voller Punkt zu haben.
00:35:29: Und das, was Sie dachten, Sie können das gar nicht?
00:35:31: Ja,
00:35:33: aber ich war zu denken ... Was ich für eine Angst hatte, was ich Zuhause auf meinem Bett abends saß, jetzt musste ich daneben meiner sonstigen Arbeit aufmachen!
00:35:42: Und ich bin ja in der Wendezeit immer nach der Arbeit auch noch an die Uni gegangen an der Uni gelesen wurde aus den alten Bundesländern hatten wir ja Anwälte und sonst was hier.
00:35:58: Und da bin ich immer hingegangen, weil ich auch nicht wusste wie es weitergeht.
00:36:04: Ganz schön voller Alltag.
00:36:06: Ja das war also
00:36:08: in
00:36:08: der Wendezeit das war wirklich ganz schön heftig.
00:36:13: Wie gesagt diese junge Kolleginnen und ich, wir hatten gut abgeschnitten.
00:36:18: Dann sind wir für vier Wochen in Hamburg, in der Mönkebergstraße im Kaufhof gewesen.
00:36:25: Das ist gleich beim Bahnhof – die hatten ja ein Reisebüro und sind dort mehr oder weniger ausgebildet worden.
00:36:32: Und da ging der nächste Stress los!
00:36:35: Ich war das nicht gewöhnt, Kundengespräche zu führen und was anzubieten.
00:36:40: Ich hatte vorher immer nur zu entscheiden was rechtens ist und was nicht rechtens.
00:36:45: Und musste nicht irgendwas verkaufen.
00:36:47: Also
00:36:47: da sind dann mit Recht gar nichts mehr am Hut im Reisebüro?
00:36:50: Aber ich wollte das eigentlich nicht, ich hatte... Ich wollte eigentlich dann nachdem das also nicht geklappt habe, wollte ich Rechtsschutzsekretär bei der Gewerkschaft werden.
00:37:06: Der damalige Justizminister Herr Born in Schwerin meinte Ich sollte erst mal mein zweites Ex-Haben nachmachen, weil das bei uns gab es ja nicht erstes und zweites ex-haben.
00:37:23: Sondern bei uns gabs ein Staatsexamen und dann Diplom.
00:37:26: Und der Einigungsvertrag hat da eigentlich festgelegt, wenn man so in so vier Jahre im Beruf tätig war.
00:37:34: Geilt das wie das zweite?
00:37:39: So... Dann hat er mir mitgeteilt, dass ich das erst mal machen sollte und dann könnten wir uns nachher darüber reden.
00:37:49: Ein halbes Jahr hat es gedauert bis diese Entscheidung getroffen wurde.
00:37:53: Da hatte ich das mit dem Reisebüro schon klargemacht und war zur Ausbildung.
00:38:00: Und da hatten sie jedenfalls geschrieben, dass das nicht ging.
00:38:04: Da habe ich mich so drüber geäugert, erstmal über die lange Frist.
00:38:08: aber mein Mann hat mich wieder aufgerichtet und hat gesagt, die ganzen Feder unterstrichen, die in diesem Antwort schreiben waren.
00:38:18: Da sagt er, guck mal wie viel Rot hier ist!
00:38:20: Da sagt der mein Schatz du brauchst dich nicht zu schämen Die sollten erst mal bei sich anfangen und richtig Deutsch lernen.
00:38:28: Dann können sie dir auch was
00:38:30: vorschreiben.".
00:38:31: Und dann war ich so, ich wollte das ja eigentlich nur machen weil ich anderen helfen wollte.
00:38:36: deswegen wollte ich Rechtsschutzsekretär werden.
00:38:38: Ich wollte die Arbeitnehmerseite vertreten damit die ihr Recht kriegen irgendwo Das war mein Anliegen war da schon alles klar mit dem Reisebüro, weil das alles gut liebt.
00:38:52: Und dann haben sie gesagt, ja wir können da anfangen.
00:38:57: Konnten wir aber nicht gleich einsteigen im Kaufhof, weil da noch das Neckermann-Büro war?
00:39:03: Weil wir erst von K-Stadt übernommen werden sollten und da hatten zu K-Staat gehörte Neckerman das Reise-B Büro und da waren die noch da so dass da noch eine Karenzzeit war stand auch für einmal jemand von meiner Tür und wollte mich als Rechtsschutzsekretär gewinnen.
00:39:25: Und da haben natürlich wieder zwei Herzen in meiner Brust geliefert, ich hatte das mit dem Reisebüro, das war sicher!
00:39:34: Und jetzt habe ich gedacht, oh... und dann bin ich damals im Ständerhaus gewesen noch, da saßen die von der Gewerkschaft, dann bin und hab dann gedacht, ach Schied.
00:39:49: Du machst das ja nicht für die, du machst es ja für die Arbeit
00:39:52: nehme.".
00:39:54: Und da war zu dem Zeitpunkt niemand da.
00:39:59: aber eine Frau habe ich getroffen und sie hat mich gefragt was ich wollte, da habe ich ihr das gesagt und da hat sie zu mir nur gesagt, sag ich gebe Ihnen einen guten Rat machen Sie das nicht!
00:40:11: Sie wären hier nur ausgenutzt okay?
00:40:15: Sie machen die Arbeit und die aus den alten Bundesländern, die kommen hierher fahren.
00:40:19: Die Woche wieder nach Hause und sie haben die Arbeit.
00:40:23: Da wären sie bestimmt nicht glücklich mit.
00:40:26: Und da habe ich gesagt okay...
00:40:29: Das war ja wie ein Zeichen?
00:40:30: Ja das war wie ein zeichen.
00:40:36: Wie gesagt dann war ehrenamtlicher Richter am Arbeitsgericht, obwohl ich bin dann auch aus der Gewerkschaft ausgetreten.
00:40:47: Und ich war aber von der Gewerkschaft nominiert für dieses Ehrenamt.
00:40:54: Aber da hat kein... Die waren froh, dass sich jemanden hatte, der das gemacht hat.
00:41:00: Da hat sich keiner mehr gekümmert!
00:41:02: Ich habe mich wohlgeführt, ich war mit meinem Recht verbunden und der ich zugeordnet war, die wussten das ja nicht.
00:41:11: Das ging nach Alphabet und dann haben sie zugeordneten und es war Zufall dass ich bei der Richterin war, bei der ich zur DDR-Zeiten auch in Verhandlungen war.
00:41:20: Und die habe ich denn auch mal gefragt weil ich einmal so zitterig und unsicher war.
00:41:26: Da hat sie zu mir gesagt, das verstehe ich gar nicht!
00:41:29: Das hab' ich nicht gemerkt, dass du aufgeregt warst und sagste, du warst eine der besten oder was die best vorbereitete Justizjahren, die ich hier kennengelernt habe.
00:41:42: Manche sind wie Friseur angekommen aber du warst immer gut
00:41:45: vorbereitet.".
00:41:48: Ich sag oh da hab' ich mich richtig glücklich gefühlt.
00:41:52: So und dann kam das ja nachher, neunundneunzig wurde ich ja dann arbeitslos, war auch fast ein Jahr zu Hause und wusste nicht was ich machen sollte.
00:42:04: Und da haben ehemalige Kollegen vom Reisebüro gesagt, Mensch du hast doch das Reise-Büro so gut geleitet.
00:42:11: Da mach dich doch selbstständig.
00:42:13: Da hab ich gesagt, ich und selbstständigt?
00:42:16: Nee, das kann ich nicht!
00:42:19: Und dann habe ich mich letztlich, weil ich arbeitslos war aus der Not geboren, habe ich mir am ersten November mit zweitausend nochmal selbstständigen gemacht.
00:42:29: Mit dem Reisebuch.
00:42:30: Aber da war das Reisen des Reisebüros.
00:42:34: Der Reiseboom eigentlich vorbei.
00:42:36: Ja?
00:42:37: Ja, zweitausend nachher im November.
00:42:40: Das waren ja von einundneunzig bis dahin hatten die Leute ihre Reiseträume erfüllt.
00:42:47: Na ja gut aber reisen tun die Leute ja immer.
00:42:49: Und
00:42:50: dann habe ich hier im Friedhofsweg neben der Gnadenschule Und diesen neuen Gebäude, diesem Kapitänshaus da was sie da eröffnet haben.
00:42:59: Da hatte ich dann mein Reisebüro von zweitausend bis zwei tausendsechzehn.
00:43:04: So
00:43:04: lange noch mal?
00:43:06: Ja.
00:43:07: Da war ich dann Rentnerin und bin dann gegangen.
00:43:10: das hat meine Kunden zwar bedauert Ich habe auch noch eine Weile zu Hause den Rest abgearbeitet, weil ich gemerkt hab wenn Reisebüros geschlossen haben.
00:43:21: Denn gegenüber war ja bei der Ostbahn auch ein Reisebüro und da war von heute auf morgen das nicht mehr.
00:43:29: Und dann stand da draußen ein Schild bei Sachen sollten die sich an den Reise veranstalten Und das wollte ich meinen Kunden nicht zumuten.
00:43:38: Ich war immer erst zufrieden, wenn die Kunden aus dem Urlaub zurück waren und Vollzug melden konnten.
00:43:46: Denn sie sind immer noch wieder zu mir gekommen und so und haben dann erzählt – und das war schön!
00:43:52: Das konnte ich denen nicht antun.
00:43:53: Dann habe ich gesagt «Nein, ich arbeite alles noch ab», und das habe auch gemacht.
00:43:59: Und habt denn noch, weil ich gute Beziehungen zu so einem ... also nur telefonisch zum Kurreiseveranstalter.
00:44:08: Nimmst du das auch noch auf?
00:44:10: Gott!
00:44:11: Hatte ich zu dem Kurreiseveranstalten Medikureisen gute Kontakte.
00:44:17: Wenn ich in Schwierigkeiten war und was hatte mit den Kunden nicht geklappt habe ich da angerufen und dann wurde das auch geregelt.
00:44:25: Ich hab heute noch Kontakt diese eine Kollegin Die arbeitet schon lange nicht mehr da.
00:44:32: Sie arbeitet in einem ganz anderen Unternehmen und wir sind immer noch über WhatsApp in kurzen Verbindungen, also das hat nie abgerissen und hab dann von zu Hause aus noch ein paar Kurreisen gemacht.
00:44:45: Das konnte ich dann... Ich hatte ja meinen Laptop und dann habe ich das gemacht und den Rest dann telefonisch bis dass alles abgearbeitet war.
00:44:55: Und wie war das für Sie noch mal so selbstständig zu sein?
00:45:00: Ich sag, wenn ich mein Mann nicht gehabt hätte, der hat meine ganzen Abrechnungen gemacht.
00:45:04: Dann hätte ich das wahrscheinlich nicht so gut gepackt.
00:45:08: aber ansonsten habe er von morgens bis abends gearbeitet und das Resultat war dann dass sich zwei tausendund dreizehn Herz entpackte.
00:45:20: Weil ich wirklich von morgens bis abends, wenn man alleine ist kann man keinen Urlaub machen und sich keine Freizeit gibt.
00:45:27: Meine Kinder haben mich doll unterstützt und wollten das auch aber die haben studiert um meine eine Tochter die war ja gar nicht hier.
00:45:36: Das hätten sie nicht ein bisschen kürzer treten können nur?
00:45:39: Nein, das hätte ich nicht geschafft dann hätte ich ... Ich hatte ja keiner angestellt, ich war ja ganz alleine Und das konnte
00:45:46: da weniger Aufträge
00:45:48: an.
00:45:49: Ich konnte die Kunden nicht wegschicken im Gegenteil.
00:45:52: Ich habe manchmal bis um acht im Büro gesessen, weil ja viele auch erst nach der Arbeit kommen konnten.
00:45:59: Aber am Endeffekt hat ihre Gesundheit darunter ganz
00:46:01: schön genitten?
00:46:03: Ja das stimmt, aber wer weiß was sonst gewesen wäre... Zufrieden habe ich das Büro geschlossen.
00:46:12: Ich hatte auch meine Wohnungsgenossenschaft, das ist ja ein Gebäude der WohnungsGenossenschaft und ich bin von Anfang an seit ich hier in Rostock bin in dieser Wohnungs.
00:46:23: genossenschaft war da auch in der Vertreterversammlung und die haben mir immer hilfreich zur Seite gestanden.
00:46:30: also das muss ich sagen Und die haben ja auch einen Kundenburro da gehabt, die ja auch alleine waren.
00:46:36: Die waren maximal zu zweit.
00:46:38: Wir hatten immer ein tolles Verhältnis so dass ich nicht ganz allein war.
00:46:43: Ich hatte immer jemanden an meiner Seite obwohl sie ganze andere Aufgaben zu erfüllen hatten.
00:46:47: aber wir haben uns so ins Herz geschlossen das wir heute auch noch Verbindung haben.
00:46:52: also... Ich habe nie diese Verbindung abreißen lassen.
00:46:58: Ihnen waren die Beziehungen zu den anderen Menschen immer ganz wichtig, hört man so raus?
00:47:03: Auf
00:47:03: zu dem anderen Reiseberuß!
00:47:05: Also wir hatten nie.
00:47:06: weil viele gesagt haben war es da, so gegenüber ist doch die Ospa und sie konnten natürlich mehr bieten als ich.
00:47:14: Ich konnte nicht von meinem System Provision noch drei Prozent abgeben das ging gar nicht.
00:47:19: Da hatten die andere Möglichkeiten.
00:47:21: Am doberaner Platz war Neckermann Büro, am Markt war ja dann auch noch was.
00:47:28: Aber die hat mich auch unterstützt.
00:47:31: wir haben immer gut zusammengearbeitet.
00:47:34: Wir haben die Kataloge getauscht.
00:47:36: wenn mir welche fehlten bin ich rüber gegangen ist.
00:47:38: aber wie sieht es bei euch aus?
00:47:40: Habt ihr noch welche?
00:47:42: Dann haben wir die ausgetauscht.
00:47:43: Wenn ich was hatte haben sie von mir über noch etwas gekriegt.
00:47:47: Das ist das auch was, was mir immer wieder Freude gemacht hat.
00:47:50: Dass diese Kontakte da waren und ich mich da bestätigt fühlte dann auch.
00:47:57: Und inzwischen hatte ich dann aber konnte ich ja kein ehrenamtlicher Richter im Arbeitsgericht sein und die Arbeitnehmerseite vertreten weil ich ja selber Arbeitgeber war.
00:48:09: Ich hatte zwar keine angestellten Aber ich konnte nicht mehr die Arbeitnehmerseite vertreten.
00:48:15: Duften sie dann nicht mehr?
00:48:17: Das war nicht mehr möglich.
00:48:19: Aber in der Zeit, als ich arbeitslos war, da bin ich immer noch dagewiesen und habe auch gesagt, weil das immer besetzt sein musste – der Richter und zwei ehrenamtliche Richter.
00:48:30: Und da habe ich gesagt also wenn irgendeine mal ausfällt und die deshalb nicht verhandeln können, ich sage mich können Sie jederzeit anrufen!
00:48:37: Ich komme dann angefahren und das habe ich dann auch gemacht.
00:48:43: Und die anderen Richter bei denen ich im Einsatz war, haben sie immer bewundert.
00:48:50: Weil wir nie oder in der Regel brauchte der Richter keine Entscheidung treffen.
00:48:57: Wir haben einen Beschluss gepasst zu einer Einigung.
00:49:02: Die Arbeitnehmer und die Arbeitgeberseite Also selbst die Vertreter, die Ehrenamtlichen von der Arbeitgebers Seite Das waren ja verschiedene auch, wir haben immer eine gute Lösung gefunden.
00:49:16: Das
00:49:16: ist ja umso schöner dann für
00:49:18: alle Seiten?
00:49:19: Wir haben natürlich auch manchmal sagen müssen ne also hier hat der Arbeitgeber Arbeitnehmer kein Recht und dann haben wir den eben nahegelegt das Angebot was der Arbeit Geber unterbreitet hat anzunehmen wie man so schön sagt lieber den Vogel in der Hand, diese Sprichwort als gar nichts zu haben.
00:49:49: Das war eine schöne Zeit aber ich wollte das nicht aufgeben und ich hatte sogar zuerst ... Der Kaufhof hat mir ja einiges angeboten gehabt und erst wollte ich in der Wendezeit die haben im Kaufhof auch ne Versicherungsabteilung gehabt also die haben versicherung abgeschlossen zu bestimmten Waren und so.
00:50:10: Und da habe ich gesagt, da bin ich mit dem Recht verbunden.
00:50:13: Dann mache ich das und dann bin ich abends nach Hause gekommen, hab meinen Mann das erzählt und da hat er gesagt du und Versicherungen verkaufen?
00:50:23: Niemals schaffst du das!
00:50:25: Du redest den Leuten des höchsten aus weil du hier eine Schwachstelle siehst und da eine Schwachtstelle... Du kriegst ihn nie verkauft.
00:50:35: Und da musste ich ihm recht geben.
00:50:36: und dann war ich am nächsten Tag zu der Personal-Champing gegangen.
00:50:41: Ich kann das doch nicht
00:50:42: machen.
00:50:44: Sehr auch lustig, ja.
00:50:45: Da haben Sie ja wirklich sehr viele berufliche Schritte gehabt.
00:50:50: oder verschiedene Stationen, wo sie gearbeitet haben würden?
00:50:53: Sie rückblickend einen Favoriten könnten Sie auskühlen was Ihnen am meisten Spaß gemacht hat von den Arbeiten?
00:51:01: Ich würde immer wieder auf meine Kindergärtnerin zurückkommen!
00:51:05: Ich würde immer wieder darauf... Aber das waren Sie ja nicht?
00:51:08: Nein, das war ich nicht.
00:51:09: Aber ich bin dafür in meinen Semesterferien mit ins Ferienlager gefahren von der Volkswerfstrahlsund nach Bruchten und habe die Kinder da betreut.
00:51:23: Und ja, das hab' ich zuerst gemacht als Betreuerin und danach hier auch als Lagerleiterin gefahren.
00:51:30: Mir hat das immer wieder und ich hätte jederzeit hätte ich umsteigen mögen jederzeit.
00:51:37: Also haben Sie es im Endeffekt bereut, dass Sie diesen Weg gegangen
00:51:40: sind?
00:51:43: Ich will mal so richtig bereut nicht!
00:51:47: Das war die Einsicht in die Notwendigkeit, sage ich jetzt einfach mal.
00:51:51: und ich habe ja auch beim Studium nette Leute kennengelernt und ich hab vor zwei Jahren habe ich übers Internet versucht alte Studienkollegen wieder zu treffen und siehe da Es sind viele Rechtsanwälte geworden und ganz nah bei in Schwerin.
00:52:14: Dann haben wir uns getroffen, das war so schön!
00:52:17: Das war als wenn wir uns nie getrennt hätten, obwohl es so lange Zeit dazwischen lag.
00:52:25: Und auch jetzt noch... Die sind jetzt mit mir noch ganz eng verbunden und machen mir immer wieder Mut über WhatsApp Ja, das ist wirklich... Ja,
00:52:36: und vor allem man weiß immer nicht wie das andere Leben gewesen wäre.
00:52:41: Wie wär's gewesen wenn sie Kindergärtnerin geworden wären?
00:52:44: Vielleicht
00:52:45: hätten Sie... Meine Mutter hat auch immer gesagt, sagt sie wer weiß ob du das näherlich durchgehalten hast weil viele ja sagen die mit Kindern zu tun hatten dass es doch ganz schön anstrengend war bei den ganz kleinen körperlichen Belastungen und danach her auch nach der Wendezeit weil die Leute ja eine ganze andere Einstellung hatten, ob ich das hätte selber noch so verkraften können.
00:53:13: Also im
00:53:13: Endeffekt ist wahrscheinlich immer alles schon... Ja, es hat alles seinen Sinn und es kommt wie es kommt um.
00:53:23: meine Mädchen sagen immer und das bleibt für mich auch immer wieder da.
00:53:27: sprich war wenn sich eine Tür schließt öffnet sich einer andere.
00:53:32: Es kommt wie's kommen soll oder muss.
00:53:35: Wichtig ist nur immer, dass man sich selbst treu bleibt.
00:53:41: Irgendjemand hat mal zu mir gesagt in der Wendezeit du hättest Politikerin werden sollen.
00:53:46: ich sag ne hätte ich nicht weil ich das ja sehe.
00:53:49: wenn die es einmal macht haben dann wollen sie sie nicht wieder hergeben.
00:53:52: aber das ist nicht mein Ding und bei mir war das auch in meinen Beurteilungen standes auch dass ich mehr die Verbindung zu der Obererin hier haben müssen.
00:54:04: Aber ich habe mich immer für die anderen eingesetzt, weil ich immer gedacht hab, das sind die, die deine Hilfe brauchen und denen kannst du Hilfe
00:54:12: geben.".
00:54:13: Und da war mir das andere nicht
00:54:15: so wichtig... Sie haben sich für das einfach auf Volk
00:54:17: eingesetzt?
00:54:18: Ja!
00:54:18: Das kann man sie einfach so sagen.
00:54:21: Das ist und bleibt auch mein Motto und ich sage immer Ich verstehe die Welt auch nicht.
00:54:26: Es ist so viel Platz auf der Welt.
00:54:28: Warum kann man nicht glücklich und gut miteinander in Frieden leben können.
00:54:33: Es ist genug da, wenn es nur gleichmäßig verteilt
00:54:36: werden
00:54:37: würde.".
00:54:38: Das ist das was mich nicht so richtig befriedigt.
00:54:41: aber ansonsten, wenn ich es auf meine Bildchen gucke die haben ihren Weg gemacht auch ohne unsere große Hilfe.
00:54:51: Haben sie zwei tolle
00:54:53: Töchter?
00:54:53: Ja!
00:54:54: Ich habe das erlebt bei meiner großen Tochter auch wie das damals war.
00:54:59: Manche Eltern waren wirklich darauf bedacht, ja bei den Lehrern immer gut zu kratzen und hatten dann natürlich in der Wendezeit auch Schiss.
00:55:09: Ich sag ich brauch keine Angst zu haben!
00:55:12: Meine Kinder und ich haben nie gekratzt.
00:55:14: wir waren immer ehrlich und die sind beide so gewesen dass sie sich immer für die Spächerin eingesetzt haben beide Mädchen.
00:55:22: Und dass ich zu meiner großen Tochter damals gesagt habe, ich sag, Conny du kannst das nicht machen.
00:55:27: Wenn du dich für die anderen einsetzt ... Die Lehrer hören immer nur, dass du was dagegen gesagt hast.
00:55:34: Wir wissen nachher gar nicht mehr, dass es gar nicht um dich ging.
00:55:38: Da haben ja auch in den Schulen viel gemacht worden, junge Sanitäter und so.
00:55:47: Als danach die Wände kamen, hatten alle keine Zeit mehr.
00:55:50: da hat meine Tochter das alleine weitergemacht Weil sie so ein großes Interesse hatte an der Medizin.
00:55:56: Da hat die ihr Köpferchen mit den roten Kreuz genommen und hat dann selber alles organisiert, dass das weiter ging.
00:56:07: Die war zwar ein bisschen traurig weil sie im Sport einiges nicht machen konnte, weil sie immer gesagt haben bei meinem Mann und ich nicht so groß waren Sie hatten nicht die entsprechenden Maße aber... Die wollte immer Handball spielen.
00:56:20: Heute spielen ihre beiden Kinder Handball und die machen ja auch trotzdem Sport, aber das ist...die haben sich wirklich redlich alles selbst erarbeitet und deswegen kann ich stolz sein und brauche keine Anzug haben dass sie mal irgendwo in schlechte Gesellschaft geraten was man manchmal bei Kindern nicht weiß.
00:56:44: Das stimmt und das ist total schön, wenn man sowas über die eigenen Kinder auch sagen
00:56:49: kann.
00:56:49: Und so wie sie sich für mich eingesetzt haben jetzt und mein Mann gestorben ist – das wäre für die auch ganz schwer.
00:57:00: aber Sie haben mich da auch gestürzt, dass war ja in der Corona-Zeit Doch, das war schön.
00:57:09: Da haben sie als
00:57:10: Familie zusammengehalten?
00:57:12: Ja, wir haben großen
00:57:12: Zusammenhalt.
00:57:13: also und es ist auch schön wenn man sich als Erwachsene jetzt anders mal, dass Sie einem selber mal den Spiel vorhalten was nicht so gut waren damals oder was die heute bei Ihren Kindern anders machen weil sie das nicht so, aber die waren schon immer so... Die konnten sich auch entschuldigen, aber es war trotzdem immer für mich da und haben uns nie enttäuscht.
00:57:46: Das ist aber ein wirklich schönes Kompliment.
00:57:48: noch mal an Ihre Kinder.
00:57:49: Ja,
00:57:51: das kann ich gar nicht wieder gut machen was die jetzt in den letzten Jahren seitdem das mit meinem Mann war, was sie geleistet haben Auch jetzt mit meiner Wohnung, mit dem Auflösen
00:58:02: und so.
00:58:02: Aber es geht ja auch nicht ums Wiedergutmachen.
00:58:05: Das ist immer
00:58:05: ein Geben- und
00:58:06: Nehmen.
00:58:07: Und sie haben die Kinder geboren und groß gezogen.
00:58:10: Da sind sie diesen Menschen.
00:58:12: Die gibt das Sachen, die mir auch alles interessiert sagen, die mich immer wieder ... Mama, wir sind, du warst für uns immer da!
00:58:20: Wir sind für dich
00:58:21: da.
00:58:21: Du musst
00:58:22: nichts gut machen.
00:58:24: Das ist das Wenigste, was wird für dich
00:58:27: machen.
00:58:27: So ist es doch.
00:58:28: Es geht nicht ums Gutmachen.
00:58:32: Man sagt das immer so
00:58:34: aber...
00:58:37: Wir
00:58:37: brauchen kein schlechtes Gewissen zu haben!
00:58:40: Und auch ihre ganzen Freundinnen, die sind auch so bemüht um mich.
00:58:44: Weil ich die jetzt ja auch von klein auf ankenne.
00:58:47: Wir sind inzwischen, obwohl sie jetzt das Alter genommen haben, wie gesagt ... wir behören jetzt mal auch mit dem Sie.
00:58:55: Ja und jetzt sehe ich gerade mit Blick auf die Uhr es auch in zehn Minuten
00:59:02: schon Mittagszeit?
00:59:04: Oh ja!
00:59:06: Haben
00:59:07: wir gut gequatscht würde ich sagen.
00:59:10: wollen sie noch einen abschließenden Satz zu ihrem Leben formulieren.
00:59:14: Im Prinzip her müsste ich sagen, eigentlich war mein Leben erfüllt von einem angefangenen von der Geburt bis zum ob das jetzt die Enkelkinder sind und so.
00:59:27: es ist einfach schön.
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