23 Ich hab mich nur in diese Augen verliebt

Shownotes

Wenn Frau Fiedler erzählt, hört man schnell, wie viel Leben in ihren Erinnerungen steckt. In dieser Folge nimmt sie uns mit zurück in ihre Kindheit und Jugend, in eine Zeit nach dem Krieg, geprägt von Neuanfängen, Herausforderungen und dem Versuch, wieder anzukommen.
Sie erzählt von der Rückkehr in den Heimatort, von der Entfremdung zu ihrem heimgekehrten Vater und schwierigen Familienverhältnissen.
Doch zwischen vielen schweren Momenten gibt es auch Lichtblicke. Bewegende Gesten, kleine Augenblicke des Glücks und schließlich die Geschichte ihrer großen Liebe.
Eine Folge voller lebendiger Erinnerungen und echter Gefühle.

Transkript anzeigen

00:00:02: Willkommen bei unserem Podcast Ohren für Senioren.

00:00:03: Wir sind Almut und Tinker!

00:00:06: In jeder Folge hören wir einen Menschen zu, der auf ein eigenes Langsleben zurückblickt.

00:00:12: Wir möchten zeigen dass Heimbewohner durchaus noch viel zu

00:00:15: sagen haben

00:00:16: und das es sich lohnt ihnen zuzuhören Denn jede Stimme zählt und jedes Leben hat etwas zu erzählen.

00:00:25: Doch jetzt funktioniert alles na?

00:00:27: Das ist doch mal schön.

00:00:29: Dann können wir uns da zurücklehnen und unterhalten oder erzählen, was weiß ich.

00:00:38: Genau.

00:00:38: ja das ist hier noch fast ein Wunder dass das nochmal zustande kommt mit unserem Gespräch weil wir das jetzt schon so oft probiert haben und immer gab es irgendwelche Hürden.

00:00:52: Richtig!

00:00:53: Aber man sagt ja auch, was lange dauert wird gut.

00:00:57: Ja deswegen!

00:00:58: Also jetzt muss es ja wirklich gut werden und vernünftig die Stimme da sein.

00:01:05: Genau und das sieht auch gut aus auf den Tonwellen.

00:01:09: Da sieht

00:01:09: man das schon.

00:01:12: Ich mag es so gerne mich mit Ihnen zu unterhalten weil Sie so schön bildhaft erzählen können wenn sie sprechen dann stelle ich mir meinem Kopf immer dazu die Bilder vor Und kann mir ganz gut vorstellen, in meiner Fantasie wie das wohl ausgesehen haben könnte.

00:01:28: Deswegen freue ich mich auch ganz besonders dass Sie bei unserem Podcast mitmachen aber vielleicht erst mal zu Anfang.

00:01:36: möchten sie sich erstmal vorstellen und was zu sich sagen oder wann sie geboren sind?

00:01:43: Ja also mein Name ist Renate Fiedler.

00:01:47: Ich bin keine Junge mehr, sondern eine Alte.

00:01:50: Ich bin am neunten Elften, nineteen hundertvierzig geboren.

00:01:55: Das ist ja schon eine Zeit her.

00:01:58: und ansonsten was gibt es über mich zu erzählen?

00:02:02: Ich habe mein Leben so gelebt dass ich zufrieden war immer unglücklich Und

00:02:12: Sie sind nineteen hundhundert vierzig Geboren.

00:02:14: Ja

00:02:15: Wie sah denn die Welt Damals aus, als Sie noch einen Kind fahren.

00:02:20: Es war ja Krieg!

00:02:22: Ich bin in den Krieg reingeboren und da sah die Welt natürlich drüber aus und düster.

00:02:30: Das ist klar.

00:02:34: Dadurch dass meine Eltern, ich muss so sagen ... Wir hatten zwei Gärten und dadurch hatten wir immer zu essen was wir selber aus dem Garten nicht gegessen hat meiner Mutter vertauscht, weitergegeben.

00:02:48: Was weiß ich?

00:02:49: Wie das so war!

00:02:51: Man hat hin und her das mit geschudert damit man der eine hat sich gefreut wie ein paar Kartoffeln und der andere hat gesagt ja ist ne Markt dafür da hat sie übers Geld gefreu oder so.

00:03:08: So wird eben das Leben so...

00:03:12: Und Sie hatten gleich zwei gehabt?

00:03:13: Ja wir hatten am Haus, so ein Hausgarten.

00:03:18: Der nicht klein war, der war ganz schön und dann hatten wir noch einen in der Anlage, so'n Schrebergarten.

00:03:26: Und dadurch ... naja, waren wir gut versorgt.

00:03:31: Ja da konnten sie sich so n bisschen ernähren mit.

00:03:35: Aber das war das eine.

00:03:39: die andere Seite war natürlich...der Vater war im Krieg.

00:03:47: Ja, und haben Sie als Kind das auch schon richtig mitbekommen?

00:03:52: Oder war das als Kind irgendwie ... dass man das jetzt nicht so richtig verstanden hat vielleicht.

00:03:58: Genau!

00:03:59: Also ich war ja noch weltersmäßig klein.

00:04:04: Ich bin im November mal geboren also ich war etwas über vier Jahre und da hat man Als Kind sich auch keinen Kopf gemacht.

00:04:16: Ich weiß, meine Mutter war mit uns evakuiert.

00:04:20: Wir haben eigentlich in Gelsdorf gewohnt.

00:04:23: Meine Mutter ist aber mit uns Mit meiner großen Schwester und mir aufs Land geschickt worden Nach Thulendorf.

00:04:32: Meine Mutter hat beim Bauern gearbeitet Und für die Arbeit kriegte sie denn Die Verpflegung und hat da auch ein Zimmer gehabt, wo sie mit uns leben konnte.

00:04:48: Also das war alles so dass man als Kind das gar nicht so registriert hat, dass dort die Bomben fallen weil es war ja weit aus vom Schuss.

00:05:00: ich kann mich noch mal erinnern, dass eines Tages was war gegen Abend schon so ein bisschen.

00:05:08: Die standen mit einmal alle draußen, der Knecht und die Maat und war so für Menschen noch auf diesem Bauernhof lebten.

00:05:17: Und aah und guck!

00:05:20: Das waren ... Alle guckten nur Richtung Himmel und so.

00:05:23: Heute wird man denken oh Gott, die haben sich in den Feuerwerk angeguckt.

00:05:27: Das waren aber die Bomben, die über Rostock runterging.

00:05:31: Da wurde Rostoc bombardiert.

00:05:33: Und wir aus der Ferne hab das beobachten können oder sehen können.

00:05:39: Aber das war nur dies eine Mal, wo ich mich dran erinnere, dass ich als Kind sowas gesehen habe.

00:05:47: Das

00:05:48: war ja bestimmt auch irgendwie Wahnsinn, das so mit anzusehen, oder?

00:05:53: Nee für mich eigentlich nicht und

00:05:55: sie kann drauf.

00:05:55: Ja,

00:05:55: für die Erwachsenen schon.

00:05:57: Ich meine in Geltdorf hatte meiner Mutter ja die Wohnung da waren unsere Hab-und-Gut-Unsicht Unsere Sache möbel und alles.

00:06:07: Und natürlich die Angst ist da jetzt was passiert, wo Gehlstorff mitgetroffen sind, hat die Bomben runter und dein Habern gut ist weg oder so ... Für Erwachsene war es schon schlimm.

00:06:21: Das kann ich mir vorstellen.

00:06:23: aber für mich als Kind...

00:06:25: Ja sie kannten das ja auch gar nicht anders, die sind ja richtig reingeboren worden in dem Sinne?

00:06:32: Also wie gesagt Sonst war da gar keine Erinnerung an das Kriegsgeschehen.

00:06:41: Und Sie hatten auch noch zwei Schwestern, eine älter?

00:06:46: Die andere war ja nicht geboren.

00:06:48: Die Jüngste ist ja

00:06:49: s.a.,

00:06:50: s.o.v.e.

00:06:51: Geboren, also

00:06:52: nach dem Krieg.

00:06:55: Und die Ältere ... Ja, die waren natürlich mit meiner Mutter und mir zusammen in Thurndorf auf diesem ... Bauernhof.

00:07:07: Und für uns Kinder war es da schön, da waren Viehzeug und was weiß ich?

00:07:14: Die Bauersleute hatten keine Kinder aber der Bauer, der war sehr kinderlieb.

00:07:20: Aber dem Opa, ein kleines Kind Opa sagt man dann zum älteren Menschen.

00:07:28: und der Opa war der mir alles zugesteckt hat.

00:07:34: Er sagte zu mir, ich war Mauschenk.

00:07:38: Und dann hatten wir eine Raucherkammer und einmal im Jahr wurde er geschlachtet und wird auch Wurst gemacht.

00:07:49: Und die wurde ja in den Rauch gehangen damit sie sich lange hielt.

00:07:53: Und er ging der Morgens mit mir immer die Treppe hoch zur Raucherkammer Und die Bauersfrau, der hat mit ihm geschimpft.

00:08:02: Er war nämlich ganz schön und dicker, älter herr... ...und dann Mauschen kommen.

00:08:10: Und wenn sie den geschimpften, dann hat er gesagt ich esse ja gar nix!

00:08:15: Das ist nur für ein Mauschengmüll, was dran kommt.

00:08:21: Da hat er mich als Vorwand genommen.

00:08:24: Ich hab manchmal glaube ich gar keine Wurst gegessen Weil die Milch vielleicht schon sonst wo raus hing.

00:08:32: Aber er hat mich vorgeschoben, Mauschen muss was kriegen.

00:08:39: Das ist ja auch lustig.

00:08:41: Hatte sich bestimmt auch gefreut es?

00:08:43: Ja also mit dem Opa ... Mit dem hab ich rum geschmust wie man so sagt.

00:08:50: Opa hatte hier auf den Kopf so Glatze und da hatte er so... Druckstellen waren das gar nicht.

00:08:58: Sonne stellen so ein bisschen Ich konnte stundenlang habe ich bei ihm ja verbrust gesessen und hab an diese Stellen, an dieser Ja mitesser oder was es war habe ich getraut rumgegatscht.

00:09:17: Mauschen

00:09:18: Sie hatten sich also gern?

00:09:21: Und dann irgendwann sind sie wieder zurück nach Gilsdorf gezogen.

00:09:27: Das war, wie soll ich das sagen?

00:09:32: Also wir hätten das nicht gleich gemusst.

00:09:37: Aber erst mal war meine Mutter beunruhigt weil sie nicht wusste was es in Gelsdorf mit ihrem Hab und Gut passiert.

00:09:45: steht da noch alles?

00:09:47: Und dann war das ja auch so.

00:09:50: also Ich weiß nicht ob ich das jetzt richtig erzählt Ob das richtig in meiner Erinnerung ist, wie gesagt ich war ja ein kleines Kind.

00:10:00: Aber ich kann mich dazu dran erinnern dass die Russen, die Pflanze, die kamen

00:10:10: und

00:10:11: über den Müllendamm da war diese Müllndammbrücke, die war kaputt.

00:10:17: ob sie gesprengt worden war oder was?

00:10:20: Ich weiß es nicht.

00:10:22: jedenfalls staute sich dieser ganze Konvoi, die kamen einfach nicht weiter.

00:10:28: Die suchten einen umweg und die ging den oben über diese kleinen Dörfer und kamen dann zum Beispiel über Tulendorf, zogen sie denn weiter?

00:10:41: – ich weiß nicht wie ich Ihnen das sagen soll!

00:10:45: Jedenfalls kamen wir wieder nach Gelsdorf und meine Mutter hatte in Gelsdof Bekanntes Ehepaar.

00:10:54: Die haben so ein Fuhrunternehmen gehabt, so Pferd und Wagen Und mit dem hat sie sich verabredet und der kam jetzt am Pferdewagen nach Thulendorf und hat da die Sachen aufgeladen, die sie da eben hatte.

00:11:11: Sie hatte ja den Kleiderschrank mitgenommen das Bett mitgenommen So einen ollen großen Hocker und naja ebenso ein paar Möbel und das musste ja nun auch alles wieder nach Gelslauf.

00:11:26: Der Mann kam mit seinem Pferd und fragte, hat das aufgeladen und uns natürlich auch gleich mit.

00:11:35: Da weiß ich, da sind wir im Verbindungsweg.

00:11:40: Also wie gesagt wenn man von Saanitz zu kam – das war die Strecke Saaniz – dann ging es nachher nicht weiter weil, wie gesagt die Brücke da nicht funktionierte.

00:11:57: Da konnten wir nach Rostock nicht gerade runter reinfahren.

00:12:02: Wir sind über den Verbindungsweg und dann kam man ja nach Dirkot dahinten.

00:12:08: Und im Verbindingsweg, wir waren den wohl so halb durch, da sah man das aus Geldsdorf oder diese Ecke, Krummendorf, Dörfer, die da alle so dazuhinken.

00:12:23: Dass da einen wie so ein Treck, also viele Kühe und Pferde das die Richtung Rostock getrieben worden sind.

00:12:36: Also uns entgegen und er sagte der Besitzer, der uns fuhr, der sagte ich muss umdrehen!

00:12:45: Ich muss mein Pferd umdrenen!

00:12:47: Das fängt an zu schreuen.

00:12:49: Wenn diese Massen von Tieren auf mein Pferd kommen, dann kriegt es Angst.

00:12:57: Und

00:12:58: er hatte seinen Vorwerk gedreht und das war auch so, dass die mit uns auf gleicher Höhe waren.

00:13:10: Meine Mutter hatte Schiss und wir hatten Angst.

00:13:14: Da kann ich mich daran erinnern wie ängstlich, wie fröhbar.

00:13:20: Na

00:13:20: klar, wenn da so eine große Herde kommt?

00:13:23: Ja.

00:13:25: Und jedenfalls die zogen an uns ein bisschen vorbei.

00:13:31: und wie sie so halb durch waren, da sah ein Russe das Pferd an unserem Wagen und sah dass es noch kräftig und gut ernährt war und der wollte dieses Pferdd haben.

00:13:46: Der wollte das Pherd abspannen und wollte für sich das Pferd an.

00:13:52: Er

00:13:52: wollte ihn das einfach wegnehmen?

00:13:53: Ja,

00:13:54: war Griecher!

00:13:55: Das waren die Siege der Theater.

00:13:58: Und hat er das geschafft oder...?

00:14:01: Nein, das hat er zum Glück nicht geschafft.

00:14:04: Der Besitzer, der hat dann mit dem diskutiert und diskutiert... aber der Verstand ist sicherlich ja auch kein Deutsch.

00:14:14: Dadurch dass er nun aber hier so lamentierte Das ging einfach nicht weiter.

00:14:21: Da kam ein Offizier, ich nehme an es war einer und schimpfte mit ihm warum er da alles auffällt.

00:14:29: Und dem Moment hat um dieser Bekannter der Besitzer von einem Pferde reagiert und hat ganz kurz sein Pferd genommen und die Peitsche unter den Einsitten drauf.

00:14:42: das Pferdi ging hoch zog an und raste los Aber Richtung Gelsdorf.

00:14:50: Wir saßen nach hinten im Wagen, ich weiß, meine Mutter hat einen Wäschekorb.

00:14:55: In dem Wäschekorb lag ich und das ging immer ... Ich hab immer gedacht, ich fliege runter.

00:15:03: Oh, ich habe geschrieben!

00:15:05: Ich hatte so eine Angst.

00:15:07: Jedenfalls sind wir da, diesen Russen-Enkommen.

00:15:12: Und immer werden wir jetzt durch den Verbindungsweg fahren.

00:15:16: Da hab ich diese Erinnerung.

00:15:18: Das kommt mir immer wieder hoch.

00:15:20: Das kann ich mir vorstellen, das ist ja auch wirklich ein beängstigendes Gefühl.

00:15:26: Erst mal die ganze Situation mit den Kühen und den Pferden ...

00:15:32: Meine Mutter hat später erzählt, sie haben dein Ankrummendorf.

00:15:37: Und wie diese Dörfer alle hießen.

00:15:39: Da haben die Russen das ganze Vieh zusammengetrieben.

00:15:42: Die Leute hatten nicht mal mehr einen Hugen oder irgendetwas, es wurde alles weggenommen – alles!

00:15:49: Und diese großen Tiere eben wie die Kühe, die haben sie da längst getrieben und wir mussten dann zumal weiß auch durch uns zack hat's uns erwischt.

00:16:02: aber wie gesagt in Gelsdorfer alles dann in Ordnung.

00:16:07: Wir haben denn in Ruhe da leben können.

00:16:13: Mein Vater, wie gesagt war er nicht da.

00:16:16: Wo der war, das wussten wir gar nicht.

00:16:19: Meine Mutter wusste nur, wie doll verletzt mein Vater war.

00:16:24: Der hatte einen Steckschuss, dass hier in diese Wange reingeht.

00:16:32: Rechts?

00:16:33: Nee wegen des... Das ging links in die Wange, hat mein Vater einen Steckschuss gekriegt.

00:16:39: Der ist unter der Nase detoniert und hat rechts fast das ganze Gesicht, die gesamte Gesichtshälfte weggerissen.

00:16:49: Mein Vater hatte hier ein Stück vom Gesicht.

00:16:56: Aber er kam aus den Enden, Anfang siebenundvierzig, so genau weiß ich das nicht.

00:17:08: Kam er nach wieder nach Hause.

00:17:11: Er war in keiner Kriegsgefangenschaft.

00:17:13: Mit dem konnten die nichts anfangen, wissen Sie?

00:17:16: So schwer verletzt!

00:17:18: Er war auch einseitig blind und so.

00:17:21: Also den haben die wahrscheinlich gedacht Lass ihn laufen der stirbt doch bald unter diesem Motto.

00:17:29: Jedenfalls hat er sich durchgeschlagen.

00:17:33: Und wie er denn bis Rostock durchgekommen ist, das weiß ich nicht.

00:17:38: Er kam mit noch einem Kriegskameraden.

00:17:43: Der hat ihn nach Hause gebracht.

00:17:46: Ich weiß, dass der nämlich ein paar Tage beim uns zuhause mit gelebt hat, dass meine Mutter den mit durchgeführt hat so zu sagen.

00:17:58: Aber... Das ist ja

00:18:00: auch Wahnsinn!

00:18:01: Ja also das war ... Das war irgendwie eine schwere, wirklich ganz schwere Zeit.

00:18:08: Auch schon für uns Kinder, auch wenn wir noch klein waren.

00:18:12: Trotzdem hört man die Erinnerung...

00:18:17: Ja, um das zu sehen, wie schwer der eigene Vater verletzt

00:18:22: ist.

00:18:22: Ich war ja nun, wie gesagt, klein, ne?

00:18:27: Sechs Jahre, etwa sechs Jahre.

00:18:32: Und ... wie Sie was ich gemacht habe, ich hab meinen Vater in den Händen gebissen.

00:18:38: Ich hab mein Vater so in den Hintern gebissen, dass der richtig einen Abdruck

00:18:43: hat.".

00:18:45: Warum haben sie das gemacht?

00:18:46: Das will ich Ihnen sagen!

00:18:48: Ja, Kind, ne?

00:18:51: Er, wie gesagt, so zerschossen.

00:18:54: Dann hatte er so eine schwarze Augenklappe hier vor diese kaputten ... Gesichtshälfte.

00:19:01: Das ist fünf Kind schon grausig und meine Mutter, denn das ist dein Papa.

00:19:11: Ich stand immer von weiten, habe ihn vom Weiten angeguckt.

00:19:15: Ich wollte nichts mit dieser Gestalt zu tun haben.

00:19:21: Meine Mutter hatte auf dem Radio ein Bild vor meinem Vater stehen wie er noch gesund war Und ich habe mir gesagt, das ist mein Papa.

00:19:34: Das ist Papa!

00:19:35: Nicht das ist Papa denn nicht?

00:19:38: Und jedenfalls meine Mutter weinte doll und meinen Vater nahm sie in den Arm und wollte sich trösten.

00:19:46: Ich mit meinem kindlichen Leicht sind.

00:19:48: Ich hab bestimmt gedacht der will ihr was keine Ahnung.

00:19:53: Jedenfalls bin ich hin hab mein Vater so in den Hintern gebissen.

00:19:58: Ich habe mich richtig festgebissen, meine Mutter hat geschrien und ich hab ... Und diese mein Vater hatte ja von der Uniform dieser alte Wehrmacht Sosa an, die hat bestimmt gestunken.

00:20:14: und was weiß ich?

00:20:15: Das war mir alles so egal!

00:20:17: Ich hab so fest zugibissen.

00:20:20: das hat er mir Jahre später immer noch wieder aufs Butterbrot geschmiert.

00:20:26: Du, sei bloß ruhig.

00:20:27: Du guck dir meinen Hintern an und weißt du was du gemacht hast?

00:20:32: War wirklich ein Abdruck der Jahre da.

00:20:35: Da haben sie aber einen festen Bist gehabt

00:20:37: als Kind!

00:20:37: Ja, da habe ich meine ganze Kraft, da war ich einfach reingelegt.

00:20:44: Und dann wollten Sie wahrscheinlich in dem Moment Ihre Mama beschützen?

00:20:48: Ich wollte nur meiner Mutter beschützen hier.

00:20:50: Für mich war das ein fremder Mensch...

00:20:53: ...und Sie kannten ihn ja auch gar nicht.

00:20:55: Nee, ich kannte

00:20:57: ihn nicht.

00:20:58: Aber das hat sich dann wie man hört über die Jahre wieder eingerenkt dass sie doch noch ein gutes Verhältnis aufbauen konnten?

00:21:06: So gut nicht!

00:21:11: Ja sicherlich also... Ich halt mein Vater aber.. Ich bin nämlich auch das Mittelkind und die Mittelkinder fahren ja sowieso bischen hinten ab Und das hab ich mir immer eingebitten, und das war auch so.

00:21:29: Meine große Schwester, das war Papas Liebling, die ist neunzehntenssechsunddreißig geboren.

00:21:37: Da war der Welt noch heil.

00:21:40: Und da war mein Vater stolz auf dieses Kind.

00:21:44: Was weiß ich?

00:21:50: Das blieb ebenso.

00:21:51: Anneliese hier, Annelise da ... Eine Lise durfte alles und unser einer durfte nischt.

00:22:00: Wirklich?

00:22:00: Ja, ja.

00:22:02: Auch nachher wie wir älter waren.

00:22:06: Mein Mutter hat gemäckert mit ihr.

00:22:09: Mein Vater hat mir gesagt richtig nicht auf.

00:22:12: Richtig nicht auf mein Kind!

00:22:14: Also... naja aber ich... Er hat mich nicht so bestraft, dass man mir wegen meiner ... Bei manchen war es also, wo das Essen zugeteilt.

00:22:30: Oder irgendwie so.

00:22:32: Denn in der Zeit wurden Kinder toll oder oft damit bestraft ... Essenentzug.

00:22:39: Ja die schlechte Zeit gab ja wenig zu essen und wenn einer nicht so wollte wie die Eltern, denn das hieß es in einigen Familien.

00:22:49: So heute gibt's nichts zu essen.

00:22:53: Das war bei Ihnen zum Glück nicht so?

00:22:55: Nee, das hat er nicht gemacht.

00:22:57: Nein im Gegenteil.

00:22:58: Also das hat meine Mutter eher drauf gehabt.

00:23:01: Das war ... Ich weiß gar nicht, ich war mal schon geboren.

00:23:06: Meine kleine Schwester ist achtundvierzig geboren und ich glaub die war schon geborene.

00:23:12: da war das erste Mal in Rostock Pfingstmarg Und der war da wo jetzt das Kaufhaus ist in der langen Straße.

00:23:24: Und wir haben meine Mutter gebettelt und gebetet, dass wir da mal hindoften.

00:23:32: Meine große Schwester war vier Jahre älter, wie ich.

00:23:37: Die kriegte den Auftrag.

00:23:40: Du hast auf deine kleine Schwester aufzupassen.

00:23:43: Aber nur hatte meiner Mutter nicht so klein Geld.

00:23:46: Er hatte nur fünf Markschein.

00:23:49: weil ich nie vergessen.

00:23:51: Fünf Mark, was sind fünf Mark?

00:23:53: Für zwei Kinder Karussell fahren.

00:23:56: Aber so die Hälfte sollten wir aber davon wieder mitbringen.

00:24:01: Ach

00:24:01: Gott!

00:24:02: Ja wohl.

00:24:03: Also es durfte jeder nur einmal Karusell fahren denn die Fähre nach Gelsdorf mussten wir auch noch bezahlen.

00:24:11: für die Hinfahrt hatte meine Mutter noch Kleingeld dass wir hin kamen nach Rostock.

00:24:18: Aber für die Rückfahrt von Röstock nach Gelsdorf wieder mussten wir von dem Wechselgeld bezahlen.

00:24:27: Ja, nun wurde denn Karussell gefahren?

00:24:29: Naja eine Karusselle.

00:24:31: Was ist das?

00:24:32: Meine Schwester sagt ach weißt du was?

00:24:35: Wir fahren noch einmal!

00:24:37: Wir sagen einfach wir haben das Geld verloren Die Wife in Dürrisch Und das haben wir so gemacht.

00:24:44: Oh meine Mutter war außer sich Die war ... Oh, die hat rumgebürgt.

00:24:50: Die hat geschimpft!

00:24:52: Meine Mutter war sowieso so Resoluter Mensch.

00:24:56: Oh, sie hat geschimpt und dann das letzte Satz da.

00:25:03: Das habt ihr nicht umsonst gemacht.

00:25:05: Heute gibt's keine Armbrut.

00:25:07: So, wir waren Fängler wegen meiner Umfünfte zu Hause.

00:25:13: Dann hat sie uns gleich ins Bett geschickt ohne Essen.

00:25:17: Wie gesagt, hat er sehr dann gesagt.

00:25:19: Wir sind auch artig ins Bett gegangen und mein Vater hat zu der Zeit es gab eine Bierbrauerei und die haben viel länger gearbeitet und so und da hat mein Vater gearbeitet Und der kam dann spät nach Mittag oder Abend nach Hause.

00:25:41: Warum sind die Kinder schon im Bett?

00:25:43: Oh, die haben mich so geägert.

00:25:46: Was haben sie denn gemacht?

00:25:47: Die haben ich geäget!

00:25:49: Willi, sag ruhig und jetzt brauche ich meine

00:25:51: Ruhe.".

00:25:52: Und sie hat ihnen keine Antwort gegeben.

00:25:54: War die Kinder gemacht da?

00:25:56: Jedenfalls meine Schwester, die hat noch mehr geholt wie ich.

00:26:01: Die hatte vielleicht auch mehr Hunger als ich.

00:26:03: Ich weiß es nicht.

00:26:05: Jedenfals mein Vater kam dann und fragte ... Was war denn los?

00:26:10: Nur erzählt mein aller Ruhe, was war hier los.

00:26:14: Und meine Schwester wird sagen wir haben keine Essen gekriegt und die hat gesagt, wir haben das Geld verloren und da hat sie immer noch gelogen.

00:26:24: Und nur haben wir kein Essen gekregt.

00:26:26: um ein Vater!

00:26:28: Der sprang auf, der raste raus, meine Mutter war im Garten.

00:26:33: ich wüsste gar nicht was sie da geflückt hat oder was.

00:26:37: Komm rein, Anni!

00:26:38: Komm sofort rein.

00:26:39: Anni komm rein!

00:26:41: Wenn du nicht willst dass ich hier vor den Nachbarn hier oben blöken nach meiner Mutter kam rein und er sagte was hast du gemacht?

00:26:50: Du hast den Kindern kein Essen gegeben.

00:26:52: das ist der schlimmste in der Welt was es gibt wenn der Mensch schwungeln muss.

00:26:58: sie hat ja nie gehungert sagt er auch.

00:27:05: Und wenn es manchmal nur Trockenbrot war, aber du hast dein Essen gehabt.

00:27:09: Was glaubst du was wir gegessen haben?

00:27:12: Wir haben die Schnürsenkel gegessen und so erzählte er dann so Kriegserlebnisse und dass er viel gerungen hat.

00:27:23: Dann hat sie sich natürlich da geschämt, aber das kam nie wieder vor.

00:27:30: Aber meine Mutter war so ... Das war ihr Egal!

00:27:35: auch geschlagen.

00:27:37: Aber das ging, hielt sich noch in Grenzen.

00:27:40: Geschlagen hat sie nur wenn sie keine andere Möglichkeiten hatte uns zu bestrafen wie hier zum Beispiel uns nix essen zu gehen.

00:27:51: Ja, früher war alles anders, glauben Sie mir?

00:27:57: Auch in den Familien und mitten an der Leben.

00:28:04: Das kann man sich heute gar nicht vorstellen.

00:28:07: Aber das war so ...

00:28:09: Wenn Sie das so erzählen, da kriegt man schon an einigen Stellen Gänsehautes.

00:28:15: Kann man sich wirklich nicht vorstellen?

00:28:17: Nee, aber leider, leider war das so.

00:28:22: Vielleicht... Aber natürlich gab es solche Mutter und Sonne-Mutter.

00:28:28: Und ich würde sagen, dass wir die Schlechteste hatten.

00:28:32: Aber wer hat noch nicht die Beste?

00:28:35: Da gab es schon, auch hier ... da wurde nicht lange gefackelt.

00:28:41: Da gab's schon welche Hintreoren?

00:28:44: Ihr Vater war eher der ruhigere Part, der auf ihrer Seite entstand.

00:28:50: Wissen Sie dadurch, dass er so zerschossen war?

00:28:55: War er sicherlich froh und glücklich, dass überhaupt noch eine Familie hatte?

00:29:01: Wenn das andere Zeiten gewesen wäre... bin ich fest davon überzeugt, hätte mein Vater sich von meiner Mutter getrennt.

00:29:11: Meine Mutter war keine gute und ich glaube auch nicht dass sie eine liebevolle Ehefrau war.

00:29:19: Glaube ich nicht!

00:29:21: Aber man kann sich ehren.

00:29:23: aber so wie Sie sich uns Kindern gegenüber gezeigt hat.

00:29:32: Da war er.

00:29:33: Mein Vater war so feinfühlig, wenn meine Mutter uns verkloppt hatte und wir saßen in der Ecke und holten dann setzte sich mein Vater dazu und heulte mit uns Und da habe ich immer nachher wie erwachsen war.

00:29:52: Da hab' ich dann immer gedacht Wenn das mit seinem Gesicht nicht gewesen wäre oder so Der hätte sich von dieser Frau getrennt.

00:30:02: Aber so war er froh, dass er sie überhaupt hatte.

00:30:15: Das Leben war früher einfach ein ganz anderes.

00:30:20: Gab es dann auch schöne Momente an die Sie sich erinnern?

00:30:25: Ja sicherlich gab's auch schöne momente.

00:30:30: ich mein dadurch... dass wir so ein Garten, Haus mit Garten.

00:30:35: Also das Haus ... Das war ein ganz primitives Haus.

00:30:40: Das gehörte zum Michael-Zuf.

00:30:43: Im Michael- Zuf waren da damals ... Ja was waren das?

00:30:49: Schwererziehbare, glaub ich, waren das gar nicht!

00:30:52: Also waren Kinder untergebracht.

00:30:56: Meine Mutter brauchten auch nicht viel Miete zahlen also... Die hatten, warum und wodurch sie dieses Haus da gattert hat weiß ich nicht.

00:31:09: Ich weiß nur dass mein Großvater da auch schon gewohnt hat.

00:31:13: aber wie die Familie da so in dem Michaelshof diese Verbindung?

00:31:19: keine Ahnung das kann ich nicht sagen.

00:31:22: Aber wir haben dadurch dass wir in diesem Häuschen gelebt haben Und mit Garten Haben wir eigentlich da gut gelebt?

00:31:34: Wir haben weder Gehungert noch gefroren.

00:31:38: Aber gab es auch explizit schöne Momente an diese Sicherung?

00:31:43: Ja,

00:31:44: natürlich!

00:31:45: Ich meine in einem Garten zum Beispiel.

00:31:50: Erst mal gab es immer Obst und so was zu essen.

00:31:55: Und dann wurde da auch ein bisschen gefeiert oder so... So Lampions aufgehangen und schöne Abende gehabt.

00:32:06: Auch als Kind schon, Kindertag so.

00:32:10: Heute gab es damals ja noch nicht.

00:32:12: Aber trotzdem haben wir da mit den Nachbarsleuten ... Wir waren drei Mädchen oder fünf Mädchen?

00:32:23: Das war eine Mädchen-Bude!

00:32:27: Und wir haben da viel.

00:32:28: Gefeiert und gemacht und getan.

00:32:31: Da haben wir schon schöne Momente

00:32:33: auch gehabt, ja.

00:32:34: Haben Sie sich gut vertragen mit Ihren Schwestern oder hätten sie lieber einen Bruder gehabt?

00:32:39: Nein ich habe ein Bruder nicht vermisst.

00:32:43: Ich hab mich mit meinen Schwesten eigentlich ganz gut verstanden.

00:32:49: Die kleine war acht Jahre jünger.

00:32:54: Das ist natürlich auch so eine Sache!

00:32:56: Man sieht wie die Mutter die Kinder prügelt.

00:33:01: Meine Mutter hat, das glauben sie gar nicht, ich kriegte nicht so viel ab, das muss ich dazu sagen weil ich aussehe wie mein Vater.

00:33:12: und da hat sie mal zu mir gesagt, Sie hätte mich nicht schlagen können, weil ich ja ausseh' wie der Vater und sie hätte dann immer gleich die Erinnerung gehabt wenn sie mir hätte einen nischen wollen.

00:33:29: Also mich hat sie wenig geschlagen, aber meine große Schwester.

00:33:34: Oh nein!

00:33:36: Auf der hat sie Sachen, so ein Handfeger war früher aus Holz und die hat sich auch meine Schwester Puckel kaputtgeschlagen.

00:33:50: Die hatte wirklich ... Meine Mutter hat ohne Überlegung auf meine Schwester eingeprügelt.

00:33:59: Meine Schwester ist weggelaufen im Garten, meine Mutter ist hinterher.

00:34:03: Meine Schwestern sind vom AMB zum anderen gesprungen.

00:34:07: Meine Mutter hinterher ... Die hat sich auch nicht geschämt, dass die Nachbarsleute das mitkriegten.

00:34:15: Aber die Nachbarsleute hat auch keiner gesagt was ist da los?

00:34:19: Meine Schweste hat ja geschrieben Wir haben Spieß.

00:34:24: Da haben sich die Leute früher nicht rumgekümmert, aber meine Schwester hat viel Schläge gekriegt und ich habe dann immer versucht sie zu trösten und das wieder gutzumachen und ihr was Gutes zu tun oder so.

00:34:44: Aber was wollten Sie machen als Kind?

00:34:47: Dann waren ja auch irgendwo die Hände gebunden Aber das war schlimm.

00:34:53: Das ist ja wirklich grausam

00:34:54: auch, das mit anzusehen und dass selber zu erleben von der eigenen Mutter, dass es

00:35:01: die Person,

00:35:02: die einem als Kind am nächsten steht, so verletzt zu werden ...

00:35:07: Ja also... Das war wirklich grauenhaft!

00:35:16: Ich weiß wirklich nicht woher meine Mutter das hatte so gemacht hat.

00:35:23: Ich meine, gut man ärgert sich mal über seine Kinder.

00:35:27: Würde ich alles gar nicht sagen wenn man die Umstände alle sieht, Hungersnut und was weiß ich?

00:35:33: Und kalte Füße und was war alles in den Kriegsjahren so hatte.

00:35:39: aber das haben andere auch.

00:35:42: sie waren ja kein Einzelfall.

00:35:44: jetzt haben ja andere Leute auch gelitten.

00:35:46: es ging

00:35:47: ja ein schlecht eigentlich.

00:35:50: Das ist ja keine Rechtfertigung, so was zu

00:35:53: machen.

00:35:55: Also das war wirklich ... wirklich keine schöne Zeit.

00:36:00: Aber sie hat dann auch wieder versucht, meine Freude zu machen.

00:36:07: Ich kann mich erinnern im Gelsdorf gab es einen Textilgeschäft.

00:36:15: Frorib von diesem Schauspieler Jürgen Frorrib die Eltern Die hatten einen Textilgeschäft.

00:36:22: Und ich war in der ersten Klasse, musste immer an diesen Fenster vorbeigehen und in dem Fenster da saß eines Tages eine Puppe.

00:36:35: die war so kornblumenblau angezogen So ein Kleidkorn blublau passendes Mützchen dazu Eine hübsche Puppee.

00:36:45: Ich habe diese Puppei gesehen und hab mich in dieser Puppi so So verliebt.

00:36:51: Ich habe, wenn ich von der Schule kam vor diesem Schaufenster gestanden und mit dieser Puppe Zwiesprache gehalten.

00:37:01: Ich hab richtig mich mit dieser Puppe unterhalten wie so eine, die einen kleinen Stich hat.

00:37:08: Sie waren ein Kind?

00:37:09: Ja!

00:37:10: Und die Frau Frorib

00:37:13: wird dann mal meiner Mutter sagen, Mensch hast du schon mal beobachtet was deine Tochter hier macht und so.

00:37:23: Und hat ihr das erzählt?

00:37:25: Das war irgendwie so im November oder Anfang November.

00:37:29: Mein Geburtstag war schon vorbei, ich hatte ja am neunten November Geburtstag.

00:37:34: Mein Geburtsdag war schon vorbeig.

00:37:36: Jedenfalls hat sie gesagt, das musst du dir mal angucken und versteck dich mal oder komm einen Laden und damit du das von drinnen dir mal anschauen kannst.

00:37:48: Das ist so was von Herz zerreißend, wie sie sich mit dieser Puppe da unterhält.

00:37:55: So naja.

00:37:57: und dann eines Tages ich komme aus der Schule das die Puppee weg.

00:38:03: Oh!

00:38:04: Ich weinend nach Hause gekommen.

00:38:07: meine Mutter sah, was hast du?

00:38:09: Warum weinst Du?

00:38:11: Und dann habe ich ihr erzählt dass ich da so eine schöne Puppei bei Frau Frohrib da gesehen habe immer und die fand ich so schön.

00:38:20: Und nun ist die Puppe weg, oh meine Mutter sagt nachher werden andere Kinder haben wir irgendwie auch und haben sie auch fürs Gut empfunden.

00:38:32: und da hat die Mutti bestimmt die Pappel denn gekauft und das war kein Trost für mich.

00:38:40: Ich bin tagelang traurig an diesem Schaufensterpuppen und dann kam Weihnachten Wir kommen in zwei Nachts Zimmer, sag ich mal.

00:38:51: Steht ein Tannenbaum.

00:38:52: Ein schöner großer Tannenbaum von oben bis unten und ... Ich konnte mich gar nicht zu diesem Tannenbau freuen!

00:39:02: Ich war noch so geknickt wegen dieser Puppel.

00:39:05: Da hängt mein Herzblut dran.

00:39:08: Jedenfalls und ich guck, denke ich, was ist das da?

00:39:13: Oben im obersten Spitze Vom Tannenbaum saß die Puppe.

00:39:19: Ich kann heute noch heulen!

00:39:21: Oh, hab ich mich zu dieser Puppee gefreut?

00:39:24: Was ... also oh nee... Also meine Mutter, sie braucht mir nichts weiter schenken oder sagen oder machen oder tun diese Puppei.

00:39:35: Also ich überlege jetzt aber immer wo ist die mal abgeblieben.

00:39:40: Irgendwann war es ja nicht mehr da.

00:39:42: Aber diese Pappe dann Also, die war auch wertlos.

00:39:46: Das war so ein Papemaché-Kop und der Gleib war aus Stoff mit Watte gefüllt oder so.

00:39:54: Es war wirklich nichts Wertvolles aber für mich war es das Schönste was es gab auf der Welt.

00:40:03: da hingen die Puppe da oben im Tannenbaum Ich konnte gar nix sagen ich konnte nicht sprechen.

00:40:09: dass hat mir so die Stimme verschlagen.

00:40:11: das glauben sie gar nicht.

00:40:13: Diese Puppe.

00:40:14: Das ist ja wahnsinnig, wirklich ein allerschönstes Geschenk!

00:40:20: Dass das immer noch so in ihrer Erinnerung ist?

00:40:22: Ja

00:40:23: also diese Puppen habe ich geliebt, das glauben Sie gar nicht.

00:40:27: Ich hab da an dem Schaufenster gestanden und mich mit dieser Puppem unterhalten Und die Finger waren schon blaue gefroren und so... Das war mir alles egal.

00:40:36: Und dann komme ich hin und die Puppel ist weg.

00:40:40: Nee, oh nee.

00:40:41: Was hab ich geholpt?

00:40:42: Das war echt traurig.

00:40:45: Mich konnte keiner trösten.

00:40:48: Ich hatte zu meiner Oma ein gutes Verhältnis.

00:40:51: Aber meine Oma hat mich so gedrückt und gemacht und getan.

00:40:56: Nein das zählte alles nicht.

00:41:00: Oh Mensch!

00:41:01: Die Puppe.

00:41:03: Da merkt man mal wie ... wie viel Wert auch die Sachen noch früher hatten.

00:41:08: Wissen Sie jetzt, denke ich gerade an... ...die heutige Zeit wo man alles materielle zur Verfügung hat?

00:41:16: Man geht in die Stadt eigentlich und kauft sich alles was man haben möchte.

00:41:21: Und jetzt muss sie das erzählen mit der ProBot.

00:41:24: Was gibt es heute auch kaum noch?

00:41:26: Dass man sich so freut über eine Sache oder auf eine Sache?

00:41:31: Ja

00:41:31: ja, das stimmt!

00:41:33: Heute hat Ist ja alles da in Hülle und Fülle.

00:41:39: Aber so eine Freude, wie Sie empfunden haben, die auch bis heute noch nachklingt, nach so vielen Jahrzehnten

00:41:46: ...

00:41:47: Das ist doch was Total Schönes!

00:41:49: Diese Puppe-Die-Welt habe ich nie vergessen.

00:41:55: Also sowas hat meine Mutter denn auch drauf gehabt mal.

00:41:58: Ja... aber es kam selten vor.

00:42:03: Aber man muss auch die Zeit nehmen Es gab ja auch wenig.

00:42:09: Woher wollten sie das Geld nehmen, um teure Sachen zu kaufen?

00:42:14: Außerdem weiß ich gar nicht ob es teure Sache gab.

00:42:17: also ich weiß die Schuhe.

00:42:19: Ich hatte schuhe aus ihr geliebt.

00:42:22: und wissen Sie da haben sie Eisbeine drinne Da waren frost richtige Frostmäul.

00:42:31: Also oh Gott Oh Gott Meine Mutter konnte uns eben keine richtigen Schuhe kaufen.

00:42:39: Erst mal hat sie das Geld nicht, außerdem glaube ich so richtigen Leder-Schuh gab es damals zu der Zeit gar nicht.

00:42:46: Da gab's nur hier so ein Ersatzzeug.

00:42:50: Ja, das waren schon intensive Jahre wie sich das anhört.

00:42:56: Die Kindheitsjahr und im Allgemeinen würden Sie sagen dass Ihre Kindheit eher ... Negativ behaftet war oder trotzdem?

00:43:06: Nein, ich finde sie war trotzdem schön.

00:43:09: Dadurch dass wir auch die Nachbarskinder und so.

00:43:13: was haben wir gespielt und gemacht.

00:43:16: Wir haben uns Spiele ausgedacht das glauben Sie gar nicht.

00:43:23: Wir hatten ja auch Viehzeug also Kleinviehhühner und Gänse kurz vor Weihnachten, wenn der Garten so gut wie abgeerntet war.

00:43:40: Alles, den wurden die frei laufen lassen und so eine ganz gewisse, die kommen hinterher und man hat schon Schiss als Kind in einen Sonntganten da angerast kommt.

00:43:55: Glauben Sie was wir diese Viecher geärgert haben?

00:43:58: Wie verrückt!

00:43:59: Wir hatten eine Leiter Die stand so schräge am Schuppen und dann wurde der Gander geärgert.

00:44:07: Und er kam da, hat einen Flügel hängeln lassen und er kam hinter uns hinterher und wir den schnell die Leiter so ein paar Sprossen hoch damit er uns nicht kriegt.

00:44:23: Das war für uns das Ganderspiel also was wir mit dem angestellt haben.

00:44:31: Also, wir haben auch tolle Dummheiten gemacht.

00:44:34: Mhm.

00:44:37: Wir als Kinder haben uns dann nachher unsere Freiräume genommen und unsere Mutter gezeichert wird.

00:44:50: Eine Hake ist sozusagen

00:44:52: ... Ja, später als sie größer wurden?

00:44:58: Naja!

00:45:00: Haben Sie irgendwann ihren Mann kennengelernt?

00:45:04: Ja, den habe ich aber schon in jungen Jahren kennengelernt.

00:45:09: Wie alt waren Sie da?

00:45:13: Ich war noch gönnig ganz achzen.

00:45:15: Okay!

00:45:16: Ja wie gesagt... ...ich war nicht der Typmädchen oder junge Frau oder so die zum Tanzen ging oder so Das war nichts.

00:45:28: Meine große Schwester, die kannte Jeden Kerl.

00:45:33: Und die war auch nur auf dem Tanzboden zu Hause, ich nicht.

00:45:38: Ich hatte mir dann ein Fahrrad gekauft von meinem Lehrlingsgeld und meine Freundin und ich sind mit den Fahrrädern durch die Gegend gefahren bis nach Galmyritz und so.

00:45:52: Damals gab es da kaum Autos auf der Straße.

00:45:56: also wir wie gesagt haben auf diese Art und Weise unsere Jugend verbracht.

00:46:02: Und dann sind wir auch mal nach Makrafenheide gefahren.

00:46:06: Und zwar haben wir gesagt, ich überlege gerade ... War das am achten Mai?

00:46:16: Ja, war Töchterbefreiung.

00:46:19: Jedenfalls haben wir uns gesagt, fahren wir nach Makrafenheide und es war schönes Wetter angesagt.

00:46:28: Dann machen wir uns das schon in der Sonne.

00:46:31: Ein bisschen Sonnetanken und so.

00:46:36: Ja, aber Menschen ganzen Tag da ... Das ist so langweilig!

00:46:40: Wenn wir uns was mit zum Spielen oder so ... Ja ein Ball, da könnt man ja schon mit einem Ball spielen.

00:46:48: Ja wer hat denn ein Ball?

00:46:50: Ich war zu groß ich hatte keinen mehr Und meine Freundin hatte auch keinen.

00:46:55: Aber meine kleine Schwester Die hat einen ganz tollen Ball.

00:46:59: Den haben meine Eltern mitgebracht, die durften das erste Jahr nach Flensburg meine Tante besuchen und brachten von da für meine kleine Schwester so einen schönen Lackball mit.

00:47:11: Schönen, bunten, hübschen Lack-Ball.

00:47:14: Und den haben wir mitgenommen und dann haben wir am Strand auch mit dem Ball gespielt.

00:47:20: Auf der anderen Seite vom Strand war das Objekt der Volksmarine.

00:47:30: Da waren welche, die hatten keinen Ausgang.

00:47:35: Wie auch immer keine Ahnung.

00:47:37: Die saßen da oben auf der Mauer und sahen das wir da Ball spielten.

00:47:42: Und sie waren ja auch junge Mädchen und lange Haare und ein bisschen attraktiv und so.

00:47:48: Na jedenfalls kamen die von ihrer Mauer runter, kamen rüber an den Strand, spielte mit uns Ball Und wurden auch irgendwie ein bisschen aufdringlich, ein bisschen frech.

00:48:02: Und jedenfalls nahmen die dann den Ball und spielten damit Fußball.

00:48:07: Und ich ... natürlich vorlaut, seit ihr gekloppt, das ist doch kein Fußball!

00:48:14: Und lasst es nach und er geht kaputt.

00:48:17: Ja.

00:48:17: Und jenfalls hab' ich diese so ein bisschen ausgemackelt... und da nimmt der eine dem Ball und knallt gegen uns, schießt den weit in die Ostsee.

00:48:30: Den Ball ihrer Schwester?

00:48:31: Der

00:48:31: schöne Ball!

00:48:35: Was machst du denn

00:48:36: jetzt?!

00:48:37: Meine Güte... Ich hatte so eine selbst gestrickte Jacke an, die ich die Jacke ausgezogen habe.

00:48:47: Ich weiß gar nicht, ob ich eine Trainingshose anhatte.

00:48:50: Die hab' ich wohl auch ausgezogen.

00:48:53: Ich bin da nicht mit einer Sahose nach Hause.

00:48:56: Jedenfalls unten rein ins Wasser und dem Ball hinterher geschwommen.

00:49:02: Das war bestimmt kalt in Mai noch?

00:49:04: Da sage ich ihn am achten Mai, das war hundekalt.

00:49:09: Da habe ich gedacht oh Gott wie mir das bewusst wurde!

00:49:13: Oh Gott was machst

00:49:14: du?!

00:49:15: Aber du blamierst dich nicht.

00:49:16: Du bist ein Kind von der Küste.

00:49:19: Du zeigst diesen blöden Kerl, dass er eine Hake ist.

00:49:24: Du machst hier nicht schlapp.

00:49:26: Ich bin rausgeschwommen und hab den Ball geholt, und bin auch wieder zurück.

00:49:31: Aber war erst mal von Kräftemöwen sich kaputt.

00:49:35: Denn wenn man rausschwimmt ist das schwieriger als wenn man reinschwimmt.

00:49:42: Ja.

00:49:43: Also jedenfalls ...

00:49:44: Da hätte ja auch was passieren

00:49:45: können.

00:49:47: Eben!

00:49:48: Der Ball treibt ja dann immer weiter ab?

00:49:50: Ja,

00:49:50: der ist schneller wie man schwimmen kann.

00:49:54: Also das war schon ein bisschen

00:49:57: riskant.

00:49:58: Und

00:50:00: jedenfalls habe ich es geschafft zurück und die meisten der Matrosen, die haben sich verkrümmelt aber zwei drei oder auch vier gewesen sein.

00:50:13: Die blieben am Strand.

00:50:15: Und der eine sagt, wenn du musst dich ausziehen.

00:50:17: Du erkältest dich!

00:50:19: Das geht nicht.

00:50:20: und es war ja auch windig und das war nachher schon so nach um drei am Nachmittag.

00:50:26: also es wurde ja auch schon wieder

00:50:28: kühl

00:50:29: weil eben die Sonne am sinken war.

00:50:33: jedenfalls und zieh dich aus und du holst den Tod.

00:50:37: und ach da darf mich eingeredet Ich geb dir meinen Trainingsanzug, aber du musst dich ausziehen.

00:50:47: Das hab ich dann auch

00:50:48: gemacht.".

00:50:49: War das der, der den Ball reingeschossen

00:50:52: hat?

00:50:52: Nein, nein.

00:50:53: Na gut!

00:50:54: Und

00:50:55: ich habe das denn gemacht.

00:50:57: Der hat mir seine Trainingserke gegeben und was weiß ich jedenfalls zu seinen Sachen.

00:51:07: Dann ging es darum... Ja, und wie kriege ich aber meine Sachen wieder?

00:51:12: Das sind Armee-Sachen.

00:51:14: Die kannst du ja nicht einfach so hier

00:51:17: mitnehmen.".

00:51:19: Und dann haben wir uns geeinigt.

00:51:20: Nächsten Tag war Himmelfahrt.

00:51:26: Dann habe ich gesagt, gut!

00:51:28: Ich komme morgen wieder und bringe deine Trainingssachen.

00:51:33: Er hat meine Strickjacke da behalten Und er wollte mir die Strickhacke bringen.

00:51:39: Als Pfand?

00:51:40: Ja, genau.

00:51:42: Dann haben wir uns verabredet da unten am Strand wieder ... Das ging auch so weit ganz gut aber ich saß'n, bippende und frohe und er hat mich geruppelt und gemacht und war besorgt um mich.

00:52:00: Das ist ja niedlich!

00:52:01: Dass

00:52:01: er sich Sorgen machte.

00:52:03: Genau und ich hatte so lange blonde Haare.

00:52:06: Haare versucht auszubringen, weil die leckten ja auch wie verrückt.

00:52:10: Jedenfalls ... Und er sagte, wenn wir nächsten Tag kommen und er nicht am Strand ist, weil sie durften allen für sich nicht raus.

00:52:23: Deswegen sind sie schwarz über die Mauer geklettert.

00:52:29: Aber wenn das nächsten Tag nicht klappte, dann sollte ich da zur Wache gehen Und Harry Schröder, nach Harry Schrøder-Fragen.

00:52:40: Naja und das kam auch so... Wir sind dann wieder nach Maghrafenheile gefahren, meine Freundin und ich.

00:52:48: Ja, Harry Schröser aus der Durchgangskompanie.

00:52:53: Da gibt's kein Harry Schrüder!

00:52:55: Doch da das gestern hat er mir gesagt, ich soll hier nach ihm fragen.

00:53:02: Nein den gibts dir nicht.

00:53:04: Ich bin auch aus der Durchgangskompanie, sagte der Bursche.

00:53:09: Und da gibt es so einen nicht.

00:53:11: Ich sag mein Gott!

00:53:13: Natürlich, er will mich doch nicht so hintergangen haben.

00:53:17: und dann sagt er, ach vielleicht meinst du Harry Fiedler?

00:53:21: Wir haben nur ein Harry und wenn der Name stimmt, der meint zu Harry Fidler.

00:53:29: Ich sage war?

00:53:31: Ja, anderen Harry gibt's da nicht.

00:53:34: Ich sauge ja den Gehäuse aus von Harry Fiedler.

00:53:38: Dann hat er angerufen unten an der Kompanie und dann kam Harry Fidler

00:53:43: an.

00:53:44: Okay, hat er den falschen Namen gesagt?

00:53:47: Ja!

00:53:48: Da hat er mich belogen.

00:53:51: Das war natürlich Stinke-Sauer.

00:53:54: Ich riss ihm meine Jacke weg in seinen Trainingszeug geschmissen.

00:54:01: Und dann sagt er, du musst nicht so traurig sein.

00:54:03: Ich sagte aus mich Blogen und da sagte ich ja weißt du man kann auch nicht immer gleich seinen Namen sagen wo kommt man denn dahin?

00:54:12: Oh ist der süß!

00:54:15: Aber wissen Sie da hat es so schöne Augen gehabt.

00:54:19: richtig so rebraune Augen.

00:54:22: also solche tollen Augen habe ich nie wieder gesehen.

00:54:27: mein Mann hat so schöne.

00:54:30: Also, das glauben sie gar nicht.

00:54:32: Ich hab mich nur in seine Augen verliebt.

00:54:34: Gleich wie ich ihn gesehen habe schon am ersten Tag zu meiner Freundin gesagt, hast du gesehen was Deffe schöne Augen hat?

00:54:43: Die sagte, du spinnst!

00:54:45: Ich sag nee, du musst mal drauf

00:54:47: achten

00:54:47: Du musst mal morgen gucken Was Deffe Schöne Augen hat.

00:54:52: Ja die hatte er wirklich Der.

00:54:54: ich hab mich so... gar nicht mal in den ganzen Menschen.

00:54:59: Ich hab mich nur in diese Augen verdient, gleich den ersten

00:55:03: Tag.".

00:55:05: Und wie ging es dann weiter?

00:55:06: Dann haben Sie sich weiter getroffen

00:55:09: oder...?

00:55:10: Ja ich war zu der Zeit schon Telefonistin im Fernmelder und hatte dadurch Verbindung kann ich ja nicht sagen... was geheim

00:55:25: ist.

00:55:26: Jedenfalls kam ich an die Telefonnummer ran, die Amelie-Telefonnummern waren ja alle unter Verschluss.

00:55:35: Aber wenn man gewitzt ist dann kam man an so eine geheime Telefon nummer auch und dadurch konnte ich da immer mal anrufen.

00:55:49: Dann

00:55:49: haben sie

00:55:50: heimlich.

00:55:53: Dann habe ich mit ihm telefoniert.

00:55:57: Er stammt aus Dresden und war in Makrafenheide stationiert, davor war er aber in Strahlsund bei der Armee auch und war jetzt gerade nach Makraffenheide versetzt worden und kannte sich jetzt nirgends aus.

00:56:18: Also er kannte weder Warnemünde noch konnte er nach Rostock reinfahren, weil er in Rostocks ich auch nicht auskannte.

00:56:27: Und dadurch haben wir uns immer in Warnenmünde verabredet.

00:56:30: Ich bin ja nach Warnermünde gefahren und er dann mit der Fähre nur rüber vom Markrafenheide nach Wernemünde.

00:56:39: Ja und dann haben wir es uns da halt amisiert.

00:56:43: Ich, wie gesagt, war nie fürs Tanzen gehen oder so.

00:56:47: Und ... Wie wir denn so vor zwei, drei Monate uns kannten?

00:56:52: Oh nee, solange gar nicht!

00:56:54: Jedenfalls kamen dann die Rede was machen wir heute?

00:56:59: und da sagt er oder was machen morgen oder so?

00:57:03: und der sagt ja wir können ja mal tanzen gehen.

00:57:06: ich sag mir das musst allein machen ich gehe nicht tanzen.

00:57:09: wissen sie Bei mir war das auch so meine große Schwester, die hat sich sehr rumgetrieben.

00:57:16: Und ich hatte mal das Erlebnis ... Ich hatte gesagt, die Nachbarsleute waren fünf Mädchen.

00:57:23: Wir wollten und unsere älteren Schwestern, die gingen schon tanzen.

00:57:29: Und wir Kleinerinnen natürlich nicht.

00:57:32: Aber wir haben immer mal geguckt was machen die Großen?

00:57:38: In Gehsdorf gab es einen Heiner Wilden, nannt sich die Kneipe.

00:57:43: Da war Tanz und da sind wir dann immer hin und haben durch die Fenster reingeguckt was unsere Schwestern wohl so machen.

00:57:52: Ach echt?

00:57:55: Und

00:57:57: da haben wir auch mal da ins Fenster geguckt.

00:58:01: Jedenfalls haben wir die beobachtet.

00:58:07: Da guckte ich so in die Saal-Tür rein.

00:58:12: Da haben wir nicht durchs Fenster geguckt, da haben wir direkt in den Saal geguckt und waren also drinne.

00:58:18: Und das sagt ein junger Bursche zum anderen... Du guck mal die Blonde!

00:58:25: Da kennst du die?

00:58:27: Nee, die kenne ich nicht dabei.

00:58:30: Der mich mit.

00:58:31: Nee, sie kenne dich nicht.

00:58:33: Die musst du doch kennen.

00:58:34: Die hat auch noch eine große Schwester Nee, die kenne ich nicht.

00:58:38: Ich kenne auch nicht die große Schwesterin.

00:58:40: Doch!

00:58:41: Die kennst du?

00:58:42: Das ist diese blonde Nutte.

00:58:46: Also ich war ... als wenn ich eine geklatscht kriegte.

00:58:50: Ich mich umgedreht und weg war ich.

00:58:54: Und ich bin nie, nie mehr gegangen oder zum Tanzen noch irgendwo in so ein Saal gucken oder so.

00:59:03: Niemehr.

00:59:05: Und wie Erno sagte, von wegen Tanzen gehen.

00:59:07: Ich sage, man muss alleine ... Ich dachte, du gehst mit den Tanzen und mit einem heißt es, da ist die Schwester von der ... Nee!

00:59:16: Das macht bloß nicht.

00:59:18: Nein, nein.

00:59:18: Das

00:59:18: ist ja krass.

00:59:19: Ich bin nie tanzen gegangen.

00:59:22: Aber auch ganz schön böse, sowas zu sagen?

00:59:24: Ja.

00:59:26: Und ich war wirklich so zurückhaltend.

00:59:30: Ich hab mein Mann kennengelernt.

00:59:34: Das war der einzigste Bursche, den ich bis näher an mich herankommen lassen.

00:59:40: Ich hab nie irgendwie so Freundschaften mit Männern oder Burschen oder sogar haben.

00:59:49: Und das war ein ... Der das gesagt hat?

00:59:53: Das war ein Junge aus Gelsdorf auch, der uns also schon auch aus den Schultagen

00:59:59: kennt

01:00:00: und der hat später Ein Mädchen geheiratet, die Telefonistin auch war im Fernmelderabend.

01:00:10: Und wir hatten Betriebsvergnügen.

01:00:13: Früher gab es das ja Betriebspeste so und dann haben wir Polyneso und was weiß ich getanzt und so.

01:00:23: Es kam so, dass ich hätte mit ihnen tanzen müssen.

01:00:28: Ich ihn angeguckt.

01:00:35: Der wusste gar nicht mehr, warum.

01:00:37: Das haben wir nachher aufgeklärt.

01:00:39: Er hat sich dann auch entschuldigt aber das hatte ja nun keinen Einfluss auf mein Leben.

01:00:46: Ja da hab ich den.

01:00:49: Da waren sie auch loyal ihrer Schwester gegenüber?

01:00:53: Aber nein.

01:00:55: Vielleicht hatte es irgendwie alles seinen Sinn dass die das geprägt hat und ... Dadurch konnten sie auch sich ganz und gar auf ihren Mann einlassen, der ja auch der einzige Partner in ihrem Leben war bis ins hohe Alter dann.

01:01:13: Und es hat ... Sie haben ihn sehr geliebt durch unsere ganzen Gespräche.

01:01:20: Ja also...

01:01:22: All die Jahre.

01:01:24: Ich finde das total besonders wenn man mit einem Menschen irgendwie sein ganzes Leben verbringt.

01:01:29: Das ist ja auch.

01:01:30: Es ist eine Seltenheit, dass das klappt.

01:01:33: Ja aber sie spielen ja auch einige Sachen in der Rolle.

01:01:37: mein Mann zum Beispiel hatten hat einen Stiefvater gehabt ein sehr sehr steigen Stiefväter und Der fühlte sich nachher also meiner Eltern zuerst erstmal weil ich ja noch so jung war Und dann Mein Mann Sachse und naja, spielte vieles was ein bisschen ablehnend erst mal von meiner Seite meiner Eltern kam.

01:02:09: Und dann nachher wie er aber so ein bisschen.

01:02:16: ja sie haben ein bisschen mehr kennengelernt und so da besserte sich das alles und mein Mann fühlte sich nachher viel zu Hause.

01:02:28: Der hat immer gesagt, mein Vater.

01:02:30: Also er hat nie einen Vater kennengelernt außer diesen Stiefvater und der hat meinen Vater voll als Vater anerkannt.

01:02:43: Die sind beide durch die Gegend gezogen, die sind Sonntagsmorgen zum Frühshoppen Und was weiß ich?

01:02:50: Die haben sich so toll verstanden.

01:02:53: Mein Vater mir Skat gespielt, da ist mein Mann mit und so.

01:03:02: Das war ein gutes Verhältnis nachher.

01:03:06: aber zuerst war das auch was willst du?

01:03:10: Und wir sind gleich altrig!

01:03:13: Mein Mann ist sogar noch drei Monate jünger gewesen wie ich.

01:03:18: und was willst Du mit so einem Jungen und mit so einen Kaffeesachsen?

01:03:23: Zuck rüber kam.

01:03:25: Da wurde uns erst das Leben so ein bisschen schwer gemacht, aber

01:03:30: dann nachher ... Dann haben Sie den Mann ins Herz geschlossen?

01:03:34: Ja, ja.

01:03:37: Denn war das nachher alles in Ordnung.

01:03:41: Und für ihn war es bestimmt auch total schön, dass er dann erstmals eine richtige Familie hatte, um ihn kümmert.

01:03:50: Genau!

01:03:51: Das hat er auch oft gesagt.

01:03:55: Dadurch hat er erst ein Familienleben kennengelernt.

01:04:03: So ist das manchmal, das Leben.

01:04:05: Und so fühlt sich alles und alles findet irgendwie seinen Platz?

01:04:09: Ja genau ganz genau.

01:04:14: Wenn ich jetzt hier sitze und guck mal, er lacht mich immer noch an.

01:04:21: Auch wirklich sehr liebevoll aus!

01:04:24: Er war auch wirklich ein guter.

01:04:27: Nicht übertrieben, auch die Mädchen.

01:04:29: Die können nichts sagen von ihrem Falle, dass der mal böse zu ihnen war oder so.

01:04:39: Das gab's nicht.

01:04:42: Ja... Jetzt hab ich Franzen

01:04:45: am Album

01:04:46: und so viel geschnattert.

01:04:49: Und wie ich auch am Anfang gesagt habe ... Sie haben das so bildhaft!

01:04:54: beschrieben.

01:04:55: Sie haben so eine ganz besondere Art zu erzählen in Bildern, dass man das automatisch vor Augen hat.

01:05:00: Ich bin gespannt ob die anderen zuhören dann auch so sehen.

01:05:03: aber...

01:05:05: Wenn wir hier schon wie lange haben wir hier gesessen?

01:05:09: Eine Stunde und fünfzehn Minuten nehmen wir schon auf jeden Fall.

01:05:13: Guck mal

01:05:15: an!

01:05:15: Was

01:05:15: waren wir fleißig?

01:05:18: Wir waren fleißlich genau.

01:05:20: Ja dankeschön dass sie das geteilt haben

01:05:23: Das brauchen Sie sich nicht bedanken.

01:05:25: Wir haben uns gut unterhalten

01:05:29: und ich hoffe, wir unterhalten uns auch weiterhin gut!

01:05:33: Wenn wir nochmal eine Thematik finden, die uns zu

01:05:37: sagt... Wir füllen doch immer Gespräche oder nicht manchmal auch überall tägliche Sachen.

01:05:42: Ich weiß noch das ist schon auch viele Monate her.

01:05:46: Da waren sie noch in dem anderen Zimmer.

01:05:48: da haben sie mir erklärt wie man Suppe kocht.

01:05:50: Ach ja?

01:05:51: Ja, das wusste ich nicht.

01:05:53: Das gibt's nicht, das weiß ich gar nicht mehr.

01:05:55: Ja, es ist schon eine Weile her.

01:05:58: Ich weiß nicht wie wir darauf überhaupt kamen aber dann haben sie mir das erklärt, wie

01:06:02: man das macht.

01:06:04: Ich glaube, ich hab Bock.

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